Nettetal Im Kreis ein geringes Problem

Nettetal · "Wenn Sie einen Obdachlosen frierend auf der Straße sehen, gibt es nur eins: die Polizei anrufen", sagt Wolfgang Güdden vom Fachbereich Soziales und Wohnen der Stadtverwaltung Viersen.

Güdden kann aber alle, die sich Sorgen um die Obdachlosen machen, beruhigen: "Die sogenannten Blauen Sheriffs, also die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes, haben bei diesen Temperaturen verstärkt ein Auge auf diese Personen", sagt er.

In Viersen steht für Obdachlose die städtische Übernachtungsstelle, An der Josefskirche 34, zur Verfügung. Neben einem Nachtaufenthalt von 20 Uhr bis 8 Uhr morgens ist hier zudem ein Tagesaufenthalt möglich.

Obwohl Obdachlosigkeit eher ein städtisches Problem ist, haben sich auch die übrigen Gemeinden im Kreis Viersen auf hilfesuchende Personen eingestellt. Eine Notübernachtungsstelle wie in Viersen gibt es aber nicht.

"Wir haben natürlich Objekte, in denen wir Asylbewerber, obdachlose Menschen und Familien unterbringen", sagt Werner Bongartz vom Amt für Schule, Ordnung und Soziales der Gemeinde Schwalmtal. Dafür sei jedoch ein Vorsprechen beim Amt nötig. Dasselbe gilt für die Gemeinden Nettetal, Brüggen und Niederkrüchten.

"Das Ordnungsamt hat aber, falls sie doch einmal jemanden auf der Straße finden, ein Notzimmer zur Verfügung", so Nettetals Sprecher Arndt Venten. Laut den Gemeinden sei Obdachlosigkeit aber ein kaum existierendes Problem. Das kann auch Joachim Hambücher, Streetworker in Schwalmtal und daher ständig auf den Straßen unterwegs, bestätigen: "Im Moment ist mir niemand bekannt, der auf der Straße lebt." Und auch Werner Bongartz meint: "Was das angeht, ist das Bild von der heilen Welt auf dem Land noch intakt."

(RP)
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