Nettetal: Im kleinen Lötsch wird ganz groß Karneval gefeiert

Nettetal : Im kleinen Lötsch wird ganz groß Karneval gefeiert

Es sind nur zwei Handvoll Fußgruppen. Darunter eine Kapelle, das Nettetaler Prinzenpaar im Cabriolet vorneweg sowie das Kinderprinzenpaar auf einem Traktor, die an diesem Nelkensamstag vergnügt durch Lötsch ziehen. "Bei uns läuft alles langsamer, in Zeitlupe kann man sagen", ruft eine Frau, die als Erdbeere verkleidet ist. Damit meint sie, dass der wohl kürzeste Karnevalszug Nettetals bis zur letzten Sekunde genossen wird, gerade wegen seiner Länge.

Vor 18 Jahren ist er den Weg durch Lötsch zum ersten Mal gezogen: der Freundeskreis Lötsch. "Damals waren wir zu zweit", erinnert sich Thekla Boers noch ganz genau, denn sie war eine der beiden Frauen. Jetzt besteht die Truppe aus 15 Personen. In diesem Jahr ziehen sie als Außerirdische mit blauem Lametta und einem Küchensieb aus Edelstahl auf dem Kopf mit. Der Zug hat noch gar nicht begonnen, da gerät er schon ins Stocken: "Wir bleiben an verschiedenen Anlaufstellen stehen, um etwas zu trinken", sagt Thekla Boers und lacht.

Die Häuser sind karnevalistisch dekoriert, vor den Türen heißen die Lötscher die Aktiven mit kleinen Schnäpsen oder anderen Kaltgetränken und Kamelle für die Kinder willkommen. "Normalerweise braucht man mit dem Rad für diese Strecke keine fünf Minuten", sagt Boers. Jetzt, so schätzt sie, werden es weit mehr als zwei Stunden werden. "Und das ist auch gut so." Die Aktiven sind mit Lötsch in verschiedenen Formen "verbandelt": "Wir kennen uns alle, hier laufen Eltern, Kinder, Enkel, Cousinen, Neffen, Nichten - quasi alle mit", sagt Boers. Anni Langen etwa kommt seit vielen Jahren nach Lötsch. Als Kind war sie hier öfter bei Bekannten zu Besuch: "Das ist einfach etwas ganz besonderes, ein Zug der anderen Art", sagt die junge Viersenerin.

(janj)
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