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Nettetal: "Ich will für Menschen ansprechbar sein"

Nettetal : "Ich will für Menschen ansprechbar sein"

Vor einem Jahr wurde Marcus Optendrenk in den Landtag gewählt. Der Lobbericher CDU-Politiker ist haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion. Er gilt als zutiefst bodenständig und ist gleichzeitig international vernetzt.

Wenn Marcus Optendrenk über seine Arbeit als Landtagsabgeordneter spricht, dann vergleicht er sie mit bodenständigem Handwerk. "Es geht darum, ein Projekt zu begleiten und mitzugestalten. Wie ein Handwerker hält man später ein Werkstück in den Händen. Oft ist die gemeinsame Arbeit gelungen", sagt er. Eine Einschränkung gebe es dennoch. "Die Themen sind komplizierter und die Akteure sind schwieriger zu greifen."

Der Lobbericher ist seit knapp einem Jahr Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Ein Neuling ist er dort keineswegs. Mit Anfang vierzig Jahren hat er eine reiche politische und berufliche Erfahrung. Über die Junge Union in Nettetal und im Kreis Viersen ging er nahtlos über in die CDU, für die er in Nettetal ein Ratsmandat hält. Seit Jahren ist er mittlerweile Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes. Optendrenk gilt als extrem gut vernetzt, und zwar weit über die Politik hinaus.

Die Kleinteiligkeit eines Wahlkreises reizt den Juristen und promovierten Historiker, der in Trier und Maastricht studierte. Im Landtag wurde er auf Anhieb Haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Das ist eine Schlüsselposition in der Landespolitik, die er sich über seine Zeit als Finanzreferent der Fraktion, Büroleiter des früheren Finanzministers Linssen und spätere Tätigkeit im Finanzministerium erarbeitet hat. Damit verbunden sind Pflichten, die ihn bundesweit beschäftigen.

Dennoch ist er ständig im Wahlkreis präsent. "Da sein, keine Botschaften bringen, für die Menschen ansprechbar sein", will er. Ihn treibt es zu vielen öffentlichen Terminen zwischen Tönisberg und Elmpt, und das ist unabhängig davon, ob viele oder wenige Menschen da sind. Gelernt hat er aber auch, die elektronischen Medien einerseits nicht zu unterschätzen, andererseits aber dosiert damit umzugehen. Auf seiner Homepage melden sich mehrmals wöchentlich Bürger mit ganz konkreten Anliegen. "Die meisten kenne ich nicht. Dass die Schwelle zur Annäherung niedrig ist, ist sehr wichtig", sagt er. Kontakte knüpft er über das Netzwerk Xing. Auf Facebook hat er sich noch nicht angemeldet, über Twitter nimmt er vornehmlich Informationen auf, aktiv ist er dort kaum. "Man muss den richtigen Umgang mit den sozialen Medien finden. Ich gehe da sehr behutsam vor", sagt er.

Mit dem Kollegen Stefan Berger hat er direkte Sprechstunden eingerichtet, die beide im Kreisgebiet abhalten. Ihm gehe es darum, "Distanzen zu verringern, sonst kann man nicht ins Gespräch kommen", betont Optendrenk. Das gilt nicht nur für den Umgang mit dem einzelnen Bürger, sondern auch für sein Engagement jenseits der Grenze in den Niederlanden. Er ist dort ein sehr geschätzter Gesprächspartner. Bekannt ist er als jemand, der Netzwerke bildet und intensiv an ihrem Funktionieren arbeitet.

(RP/rl)