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Nettetal: Hospiz ist nächstes Projekt

Nettetal : Hospiz ist nächstes Projekt

Seit 2004 rollen Lkw mit Kleidung und Spielzeug von Nettetal in die polnische Partnerstadt Elk. Jetzt besuchte der polnische Caritas-Direktor Dariusz Kruczynski seine deutschen Kollegen und bedankte sich für die Hilfsbereitschaft.

Meistens existieren Städtepartnerschaften nur auf dem Papier. Am Ortseingang werden auf einem Schild stolz die internationalen Freundschaften präsentiert, und vielleicht war der Bürgermeister sogar auch mal da, um die Hand des Gegenübers zu schütteln.

Nicht so in Nettetal. Die Städtepartnerschaft mit Elk in Polens Nordosten hat sich seit 2004 zu einer wahren Freundschaft und Hilfsgemeinschaft entwickelt. Damals gründete Pfarrer Günter Puts die Nettetaler Elk-Hilfe.

Seitdem rollten bereits 27 Lkw voll beladen mit Kleidung, Spielzeug und Geschirr vom Niederrhein nach Polen. Denn die Bürger in dem strukturschwachen Städtchen im Seengebiet Masuren kämpfen mit den Folgen hoher Arbeitslosigkeit, und vor allem die vielen Großfamilien brauchen dringend materielle Unterstützung.

Besuch aus der Partnerstadt

Kürzlich besuchte eine Nettetaler Delegation einschließlich Bürgermeister Christian Wagner die Partner in Polen. Am vergangenen Wochenende war nun der Elker Pfarrer und Caritas-Vorsitzende Dariusz Kruczynski in Nettetal zu Gast.

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Er besuchte die Eucharistiefeiern in St. Lambertus in Breyell und St. Anna in Schaag und berichtete von seiner Arbeit in Elk. "Ich möchte mich herzlich bei allen Nettetalern für die Hilfe bedanken — allen voran bei Pastor Puts, der sich immer wieder für die Organisation eingesetzt hat", sagte Kruczynski.

Zurzeit betreue er unter anderem eine Familie mit 18 Kindern, von denen zehn die Schule besuchten, erzählte Kruczynski. Da fehle es natürlich an allem, vor allem an Kleidung. "Deshalb freue ich mich sehr, dass vor dem herannahenden Winter noch ein Lastwagen von Nettetal aus Richtung Elk startet", sagte er.

Außerdem lud er alle Nettetaler ein, das schön gelegene Elk und die masurische Seenplatte einmal zu besuchen. Nach seinen Ansprachen in den Nettetaler Kirchen und darüber hinaus erhielt Dariusz Kruczynsik große Anerkennung und Beifall für seine Arbeit zum Wohle der Bedürftigen in der Diözese Elk.

Vor Ort hat der Caritas-Direktor tatsächlich schon viel erreicht. Ein Obdachlosen- und ein Kinderheim hat er gegründet, und zurzeit plant er die Gründung eines Hospizes sowie eines Frauenhauses für Mütter in Not.

Außerdem stellt die Caritas jeden Tag für rund 1000 Schulkinder ein warmes Mittagessen bereit. "Grünes Licht" erhält der Caritas-Direktor vom Elker Bischof Jerzy Masur, der, wenn es die Zeit erlaubt und möglich ist, auch einmal Nettetal besuchen möchte.

Die Elk-Hilfe soll auch im nächsten Jahr weiterlaufen. Ab April 2012 wird wieder gesammelt. In den Wintermonaten wird mit allen Beteiligten, insbesondere mit den Bruderschaften und Kolpingfamilien, besprochen, wie es weitergeht. Der Organisator der Nettetaler Elk-Hilfe, Hans Willi Gerards, dankte am Wochenende allen bisher beteiligten Helferinnen und Helfern.

(hws)