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Nettetal: Hoffnung für den Bahnhof?

Nettetal : Hoffnung für den Bahnhof?

In Kaldenkirchen gibt es am 2. Juli einen langen Samstag: Von 10 bis 17 Uhr beschäftigt sich ein Workshop mit der Zukunft des Bahnhofs. Eingeladen dazu sind Fachleute, Politiker und Interessensvertreter.

In Kaldenkirchen gibt es ein beliebtes Rätsel: Was ist das? Es stinkt erbärmlich, schickt Menschen durch eine dunkle Röhre und bröckelt jeden Tag ein bisschen mehr. Die Lösung ist inzwischen jedem Kind in der Stadt bekannt: Es handelt sich um Nettetals Tor zur Welt. Gutmeinende Bürger sprechen immer noch vom Bahnhof.

Am kommenden Samstag soll endlich alles anders werden. Die Stadt Nettetal hat zusammen mit der Bahn-Entwicklungsgesellschaft (BEG) zu einem Workshop eingeladen, der sich mit einer besseren Zukunft des zum widerwärtigen Haltepunkt heruntergewirtschafteten früheren Grenzbahnhofs befassen wird. Teilnehmen werden Experten der Stadt und diverser DB-Unternehmen, Vertreter der Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen, der Bezirksregierung, des Verkehrsministeriums, des Bürgervereins, der Werbegemeinschaft Kaldenkirchen Aktiv, der sechs Fraktionen im Rat, Pro Bahn und anderer Interessensverbände.

Wünsche und Vorstellungen

"Wir haben im Vorfeld des Workshops allen Teilnehmern Fragebögen zugeschickt mit der Bitte, Wünsche und Vorstellungen für den Workshop einzureichen", erklärt die Technische Beigeordnete der Stadt, Susanne Fritzsche. Bis zu Beginn dieser Woche sollten die Antworten eingehen, auch sie dienen der inhaltlichen Vorbereitung des langen Samstags. Gearbeitet wird nämlich von 10 bis 17 Uhr, es gibt eine kurze Mittagspause und wahrscheinlich einen Besuch des Bahnhofs selbst, damit sich alle noch einmal ein Bild von der Trostlosigkeit dieses Ortes machen können.

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Für den Gewerbepark Venete und angesichts auch der Pläne für die Regionalbahn bis Venlo kann Kaldenkirchens Bahnhof eine völlig neue Bedeutung bekommen. Auch die steigende Zahl von im Stadtteil lebenden Studenten wird dazu beitragen. Susanne Fritzsche möchte den Bahnhof gerne barrierefrei zugänglich machen.

Das dürfte eine der größten Herausforderungen sein. Denn die Insellage des unter Denkmalschutz stehenden Empfangsgebäudes, das seit Jahren schon in Privatbesitz ist, erweist sich für den Zugang als ungünstig.

Zu den Gleisen geht es heute nur über Treppen und durch die stinkigen Tunnel. Zu überlegen ist, ob am Dahlweg ein P&R-Platz mit Bushaltestelle und direktem Zugang zum Bahnkörper geschaffen werden kann. Alternativ wäre die überlegen, ob hinter dem Empfangsgebäude Platz für parkende Fahrzeuge wäre und wie man barrierefrei von hier aus zu den Bahnsteigen kommt.

Immerhin hat die Stadt in der Bahn-Entwicklungsgesellschaft einen Partner, der etwas bewegen will. Das Bahngelände soll umgewandelt und vermarktet werden für Gewerbeansiedlungen. Dann begänne Venete bereits am Bahnhof. So verlottert wie er sich heute präsentiert, kann man ihn jedenfalls nicht lassen. FRAGE DES TAGES

(RP/rl)