Planungen: Hier wird in Nettetal geplant und gebaut

Planungen : Hier wird in Nettetal geplant und gebaut

Die Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt ist groß. Darum plant die Verwaltung einige Neubaugebiete. Daneben soll sich ein Mobilitätskonzept mit Fahrradfahrern und Fußgängern beschäftigen. Möglich ist auch ein Bürgerbus

In Nettetal stehen etliche Projekte an. Gerade Neubaugebiete beschäftigen die Stadtverwaltung. „Der Bedarf an Wohnraum ist riesig“, sagt Ulrich Eckert aus der Abteilung Stadtentwicklung und -planung. Über Wohnportale kämen etliche Anfragen herein, besonders für Kaldenkirchen und Schaag. Neben Bauprojekten stehe aber auch beispielsweise ein Mobilitätskonzept für die gesamte Stadt auf der Agenda, sagt die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche.

In Kaldenkirchen ist die Fläche für Neubaugebiete nahezu ausgeschöpft. Kleinere Flächen gebe es noch an Steyler Straße, Wasserstraße und Möskesweg. Die einzige größere Fläche sei derzeit in Kaldenkirchen-Ost an der Bahntrasse geplant. „Das ist auch wegen der Innenstadtnähe gerade für ältere Menschen interessant“, sagt Fritzsche. Einige Häuser seien bereits an der Feldstraße entstanden. Dort ist auch der Bau einer Lärmschutzwand geplant. Denn das sei die Schwierigkeit an diesem Neubaugebiet, sagt Fritzsche: der Schallschutz. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben und prüfen verschiedene Varianten.“ Mit dem Beginn im Norden soll das Gebiet schrittweise in Richtung Süden ausgebaut werden. „Wir müssen schauen, ob und wie das möglich ist“, sagt Fritzsche. Angedacht ist auf dem etwa fünf Hektar großen Gebiet eine Mischung aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. Im Norden soll es Gewerbe geben. Alles soll durch Grünzüge verbunden sein, ein Spielplatz wird aufwändig neu gemacht.

Am Hohlweg in Breyell könnten 40 bis 45 Wohneinheiten entstehen. Dort sollen großflächige Versickerungsmulden bei Starkregen das Hangwasser auffangen. Doppelte Baumreihen sollen dafür sorgen, dass sich versiegelte Flächen nicht zu sehr aufheizen – man müsse sich auch beim Bauen auf die Klimaveränderungen einstellen, sagt Eckert. Es soll einen Rundweg mit Bänken geben. Durch kleine Wohnhöfe soll die Atmosphäre „überschaubar und persönlich“ werden. Der Kanalbau ist ausgeschrieben, der Ausbau könnte im Spätsommer losgehen.

Das Neubaugebiet Krugerpfad zwischen Grefrather und Oirlicher Straße in Hinsbeck hinkt etwas hinterher. Dort entstehen rund 90 Einheiten. „Im Norden ist die Erschließung da, der Kanal noch nicht“, sagt Eckert. Die Besonderheit dort ist ein Regenrückhaltebecken, das wegen des lehmigen Bodens notwendig ist. Für Neubaugebiete in Schaag gibt es laut Eckert noch keine Pläne, aber Gespräche mit möglichen Investoren. Auch beim Mobilitätskonzept befinde sich die Verwaltung noch in der Planungsphase. Angedacht sei inhaltlich etwa die Einführung eines Bürgerbusses als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs, wie es ihn in anderen Kommunen bereits gibt. „Es soll eine Umfrage geben, wie groß der Bedarf gerade bei älteren Menschen ist“, sagt Fritzsche. Auch soll es um die Frage gehen, wer mitmacht. Denn die Stadt würde sich zwar um die Logistik kümmern, als Fahrer setze sie aber auf Freiwillige.

Auch der Fußgänger- und Radverkehr soll neu überdacht werden, sagt Fritzsche: „Wo hapert es?“ Ein großes Problem dabei sei beispielsweise der ruhende Verkehr. „Gerade Altbauten haben keine eigenen Parkplätze“, sagt die Technische Beigeordnete. „Da ist es ganz schwierig, Verbesserungen zu finden.“ Ein weiteres Thema sei die E-Mobilität. „Wo sind Fahrradabstellanlagen möglich, wo Ladestationen für Autos“, nennt Fritzsche als Beispiel. Die auf dem Doerkesplatz würden bislang eher wenig genutzt. Als Vorreiter werden nach einem Antrag der Grünen für den Bauhof zwei Scooter angeschafft. „Wann, ist noch unklar“, sagt Fritzsche.