1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Henry braucht passenden Knochenmark-Spender

Nettetal : Henry braucht passenden Knochenmark-Spender

Eine Familie in Lobberich bangt um das Leben des zweijährigen Sohnes Henry. Der Kleine ist an Leukämie erkrankt. Mit Hilfe einer Knochenmark- oder Stammzellentransplantation kann er geheilt werden. Dazu braucht er den passenden Spender.

Am Sonntag, 21. Dezember, dem vierten Advent, wird in der Mensa des Werner-Jaeger-Gymnasiums eine Typisierung vorgenommen: Von 10 bis 16 Uhr kann man sich Blut abnehmen lassen. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Christian Wagner.

Henrys Krankheit wurde entdeckt, als bei ihm schlechte Blutwerte und häufig Fieber festgestellt wurden. Im Krankenhaus fand man keine Ursache. Die Uniklinik in Düsseldorf stellte nach einer Knochenuntersuchung fest: Der Junge leidet an Juveniler myelomonozytärer Leukämie, kurz JMML. Das ist eine sehr seltene Form der Leukämie. Unter einer Million Kindern im Jahr erkranken nur ein bis zwei Kinder daran. Sie sind meist zwei Jahre alt, und Jungen erkranken etwas häufiger als Mädchen.

Die Deutsche Kinderkrebshilfe berichtet, dass die Krankheit kaum mit Chemo- oder Strahlentherapie zu behandeln sei. Heilen könne nur eine Knochenmark- oder hämatopoetische Stammzelltransplantation. Henry braucht unbedingt einen Spender mit einer nahezu hundertprozentigen Übereinstimmung in bestimmten Gewebemerkmalen. "Das ist die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen", erklärt Pamela Kölbl von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

  • Fotos : Promis werben für die DKMS
  • Hintergrund : Zehn Fakten über Leukämie
  • Die häufigsten Krebsarten

Henrys Patentante Sandra Brouwers hat mit der Familie, Freunden und der DKMS die Suche aufgenommen. Aus nachvollziehbaren Gründen möchte die Familie keinesfalls öffentlich in Erscheinung treten. In den nächsten Tagen werden in Geschäften Plakate und Flyer zu finden sein, die auf die Typisierungsaktion hinweisen. Darauf sind die wichtigsten Informationen zur Spendenbereitschaft vermerkt. "Wir brauchen ein kleines Röhrchen mit Blut, so wie es auch beim Hausarzt für Untersuchungen abgenommen wird", sagt Pamela Kölbl.

Spenden darf grundsätzlich jeder zwischen 17 und 55 Jahre, wer gesundheitlich in guter Verfassung ist. Die Blutabnahme dauert etwa zehn Minuten. Wer älter oder nicht ganz gesund ist und trotzdem helfen möchte, kann das mit Geld tun. Denn die Laboruntersuchung kostet für jede Blutprobe 50 Euro. Die Kosten übernimmt keine Krankenkasse. Das Geld muss aus den Spenden, die die DKMS bekommt, aufgebracht werden. "Bei den Typisierungsaktionen werden immer auch Spendenboxen aufgestellt", erzählt Pamela Kölbl. "Und wer möchte, bekommt eine Spendenquittung zugeschickt." Spenden können auch überwiesen werden.

DKMS, Sparkasse Neuss, IBAN DE9030 5500 0000 9346 5102; BIC WELADEDNXXX. Als Stichwort bitte "Henry" vermerken.

(hah)