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Nettetal: Hans Hoekes Tod ist ein Verlust für ganz Nettetal

Nettetal : Hans Hoekes Tod ist ein Verlust für ganz Nettetal

Der frühere Direktor des Amtsgerichts Nettetal, Hans Hoeke, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Nahezu 30 Jahre war er kommunalpolitisch für die SPD in der Stadt tätig und kandidierte zweimal im Kreis Viersen für den Landtag. Er wurde bereits in der vergangenen Woche im engsten Familienkreis beigesetzt.

Hans Hoeke wurde 1938 in Duisburg geboren, er kam 1958 mit seinen Eltern nach Hinsbeck. Er studierte Jura in Bonn und Köln, legte 1967 sein Staatsexamen ab und trat im März 1968 als Richter in den ordentlichen Justizdienst ein. Nach Stationen in Mönchengladbach und Kempen wurde er 1981 Direktor des Amtsgerichts Nettetal, wo er schon seine Referendarzeit absolviert hatte. "Ich habe die Versetzung nach Nettetal nie bereut", sagte Hans Hoeke, als er Anfang November 2002 in den Ruhestand ging. Verheiratet war er mit Ulla Hoeke. In der Familie wuchsen drei Kinder heran.

Als Mitglied der SPD-Ratsfraktion und langjähriger stellvertretender Bürgermeister prägte er die Anfangsjahre Nettetals entscheidend mit. Er war nicht nur einfach Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, sondern gab den politischen Takt an. "Das integrierende Element war für ihn eine entscheidende Größe in seiner Arbeit", sagt die Fraktionsvorsitzende Renate Dyck, eine langjährige Wegbegleiterin Hoekes vor allem in der Politik. Hans war in den Jahren 1975, 1979, 1984 und 1990 Bürgermeisterkandidat der SPD. Er gab als Vorsitzender des Planungsausschusses maßgebliche Impulse für die Entwicklung der Stadt.

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Sein Wort hatte nicht nur am Gericht, sondern eben auch im Rat, in der Partei und in der Stadt hatte Gewicht. Auf der einen Seite genoss er hohen Respekt des politischen Gegners, er ging aber auch Auseinandersetzungen um der Sache willen nie aus dem Weg. Hoeke galt als "ein Meister des geschliffenen Wortes und der feinen Ironie". Geschickt nutzt er seine rhetorischen Fähigkeiten, an der Persönlichkeit Hoekes rieb sich der politische Gegner auch gerne.

Politisch ging Hans Hoeke mit der Kommunalwahl 1994 in den Ruhestand. Er zog sich jedoch nicht ganz zurück, sondern mischte sich immer wieder auch ein. Hoeke beschäftigte sich mit der Vergangenheit der Justiz auch in Nettetal, blieb ein scharfer Kritiker der Nachkriegsgesellschaft, die nach seiner Auffassung zu schnell zum "normalen Leben" überging und die Vergangenheit vor 1945 nicht ausreichend genug aufarbeitete. Als der literarische Teil des Duos Hoeke und Pauly hatte Hans Hoeke über viele Jahre große Erfolge.

Hoekes großes Hobby war die Literatur und hier vor allem die Texte humoristischer Schriftsteller. "Der Karneval mit seinen stumpfsinnigen Scherzen hat mich animiert, meine Umgebung mit den Pointen in der Literatur bekannt zu machen, über die man wirklich lachen kann", sagte er einmal.

So begann er zunächst mit literarischen Lesungen in der Stadtbücherei. Er sorgte dafür, dass Lesungen der Nettetaler Literaturtage im Amtsgericht möglich wurden und stellte mit dem früheren Direkter des Werner-Jaeger-Gymnasiums, Dr. Hans-Jakob Pauly, jene unverwechselbare Mischung aus Musik und Literatur zusammen, die unter "Hoeke & Pauly" in Nettetal gerade auch wegen der komödiantischen Leichtigkeit der Darbietungen legendär wurde.

Hans Hoeke zog sich 2011 aus gesundheitlichen Gründen nach zehn Auftritten mit Pauly zurück.

(lp)