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Nettetal: Gute Umsätze bis zum Jahresende

Nettetal : Gute Umsätze bis zum Jahresende

Der Nettetaler Einzelhandel hat vom Weihnachtsfest insgesamt profitiert. Eine Umfrage unter Geschäftsleuten in der Kaldenkirchener Innenstadt bestätigt, dass die Nettetaler Service und Qualität im Fachhandel schätzen.

Der Winter, der derzeit wie ein Vorbote des Frühlings daherkommt, ist ein kleiner Schönheitsfleck in der Bilanz des Einzelhandels in Nettetal. Das vorweihnachtliche Geschäft hat die Kassen nämlich klingeln lassen, die Umsätze waren nach Angaben vieler Geschäftsleute "gut" bis sogar "sehr gut".

Kaldenkirchens Fußgängerzone lebt. Die Geschäfte machen gut Umsätze, die Kunden mögen das Ambiente, die Sortimentsvielfalt und deren Qualität. Foto: Busch

Klaus Stelzer vom Herrenmoden-Geschäft Fritz Schouren ist sicher, dass die von Inhabern geführten Fachgeschäfte mit einem breiten und qualitativ hochwertigen Sortiment nicht alleine Kunden anziehen. "Ich denke, dass es eine sehr gelungene Kombination verschiedener Komponenten ist, die in Kaldenkirchen den Stadtkern ausmacht. Da ist zum einen die Gastronomie im Umfeld der Kirche, die vor allem im Sommer viele Menschen anzieht, die eben auch unsere Geschäfte aufsuchen. Zum anderen sind es aber auch die zahlreichen Aktivitäten von Kaldenkirchen aktiv. Das hat nicht zuletzt wieder einmal das Lichterfest bewiesen", meinte er gestern.

Das Lichterfest am zweiten Adventswochenende hat, trotz des verregneten Sonntags selbst, in Kaldenkirchen einen regelrechten Schub ausgelöst. Betti Krause hat in ihrer kleinen Boutique "Jolie" freitags und samstags deutlich höhere Umsätze gehabt. "Es gingen vor allen Dingen Mützen, aber im Zuge dessen auch andere Ware", sagte sie. Auch Ilona Schmitz, die ein Geschäft für Damenmoden in der Kehrstraße führt, bestätigt, dass das Adventsgeschäft gut gelaufen ist. Ihre klassische Winterware sei zwar angesichts der ungewöhnlich milden Temperaturen weniger gefragt, aber sie sei mit den Umsätzen im Umfeld des Weihnachtsfestes insgesamt recht zufrieden.

"Winterjacken, hochwertige Thermo- und Baumwollhosen sowie Hemden und Pullover" kaufen Kunden bei Fritz Schouren, wie der Seniorchef und Klaus Stelzer übereinstimmend berichten. Wie in fast allen Kaldenkirchener Geschäften sind auch hier die Niederländer aus der unmittelbaren Nachbarschaft maßgeblich an den Umsätzen beteiligt. In manchen Geschäften geben die Inhaber an, dass mehr als 50 Prozent ihrer Kunden Niederländer seien. Entscheidend dafür seien die Anziehungskraft Kaldenkirchens als Ort selbst ("Die Leute mögen unsere Innenstadt", Klaus Stelzer), das Verhältnis von Preis und Leistung und die Auswahl. Das Sterben von Fachgeschäften hat längst auch die Venloer Innenstadt erfasst. Auch hier verschwinden Traditionsgeschäfte, deren Sortiment die Venloer dann in Kaldenkirchens Fußgängerzone wiederfinden — dank unterschiedlicher Besteuerung in beiden Länden preislich sogar recht günstig.

Sonja Beckmann vom Schuhhaus Allertz ist "sehr zufrieden", wie sie sagt. "Zurzeit werden vor allem Stiefeletten nachgefragt, vor dem Weihnachtsfest waren es Hausschuhe", erzählt sie. Sehr gut umgesetzt habe ihr Geschäft außerdem Geschenkartikel aller Art aus Leder — von der schlichten Geldbörse bis hin zur exklusiven Handtasche.

"Mir fehlt der Winter schon", sagt Dietmar Nopper vom Sportgeschäft Allertz. Er sei froh, sich nicht blindlings mit Winterware eingedeckt zu haben. "Wir sind stark saisonabhängig. In den Sommermonaten gehen einfach mehr Sportartikel über den Ladentisch, und wenn der Winter ausbleibt, können wir beispielsweise wärmende Jacken weniger gut verkaufen." Das Geschäft habe eine Berg-und-Tal-Fahrt erlebt. Unterm Strich sei aber auch er zufrieden.

Heilfroh, dass die Fähr- und Synagogenstraße wieder geöffnet sind, ist Uwe Hinzen vom Büromagazin Hendrix, das seine Frau Hedwig führt. "Wäre der Straßenzug länger geschlossen geblieben, hätte das das Geschäft an den Rand seiner Existenz gebracht", sagt er. Vor allem gewerbliche Kunden seien ausgeblieben, weil sie schwere Pakete nicht in mehreren Gängen bis zum Marktplatz schleppen wollten. "Das hat uns 30 bis 40 Prozent Umsatz gekostet. Das Geschäft erholt sich, die Kunden kommen zurück."

Erst sehr spät hat im Buchladen in der Poensgenstraße das Weihnachtsgeschäft an Fahrt aufgenommen, berichten Ute Mausberg und Andrea Jansen. Sie haben Romane aus den Bestsellerlisten verkauft, stark nachgefragt werden Bücher, in denen der Niederrhein eine Rolle spielt. Und vor allem auch gute, verständlich geschriebene Sachbücher seien hervorragend gegangen. Vielfach haben sie auch Gutscheine verkauft, von denen etliche bereits in den vergangenen Tagen eingelöst wurden. FRAGE DES TAGES

(RP/ac)