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Grüne planen Foto-Wettbewerb für Nettetals schönste Vorgärten

Fotowettbewerb : Nettetals schönster Vorgarten gesucht

Der Grünen-Ortsverband Nettetal startet einen Wettbewerb für naturnah gestaltete Vorgärten sowie Balkone und Terrassen. Die Aktion soll ein Zeichen gegen öde Schottergärten setzen. Eine Jury ermittelt die Gewinner.

Der Nettetaler Ortsverband der Grünen will mit einem Preis besonders abwechslungsreich und naturnah gestaltete Vorgärten, Balkone und Terrassen auszeichnen. „Wir möchten positive Anreize schaffen, wieder mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen rund um unsere Häuser zu bieten“, sagte Fraktionsvorsitzender Guido Gahlings bei der Vorstellung des Projekts. Der Wettbewerb beginnt am 1. Mai und endet am 31. Juli. Zu gewinnen gibt es Geld und Sachpreise.

„Vielfältige Vorgärten“ ist der Wettbewerb betitelt, der Flyer dazu nennt als Motivationsmotto: „Nettetal blüht, summt und brummt“. Dabei sind laut Gahlings viele Gärten in der Seenstadt gar nicht so gestaltet, dass es darin summen und brummen könnte. „Es liegt ja leider im Trend, öde und lebensfeindliche Vorgärten mit nichts als Schotter und Kies zu gestalten“, sagte er.

Haus- und Gartenbesitzer würden als Gründe oft „weniger Arbeit“ nennen – eine Fehleinschätzung, meint der Fraktionschef: „Das Argument zählt nicht, auch Kiesflächen machen Arbeit.“ So würden Laub und Staub auf die Flächen geweht, es bilde sich Humus, auf dem dann für die Besitzer unerwünschte Pflanzen wuchern könnten. Abwechslungsreich etwa mit Stauden gestaltete Vorgärten hingegen bräuchten auf Dauer recht wenig Pflege, meint Gahlings.

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Anders als die Grünen in Bremen, die per Gesetz das Anlegen von Schottergärten verbieten lassen wollen, möchte die Partei in Nettetal die Bürger positiv motivieren, etwas für die Natur zu tun. „In Grunde reicht unsere kommunale Satzung, die gärtnerisch gestaltete Vorgärten vorschreibt, zu denen Schotterflächen ja wohl nicht gehören“, sagte Ortsverbandsvorsitzender Christan Küsters. „Doch wer will das kontrollieren?“

Die Idee zu einem solchen Wettbewerb geistert schon länger in den Köpfen der Grünen. So sagte Gahlings bereits vor drei Jahren, er denke an die Prämierung von naturnahen Vorgärten, um ein Signal zu setzen gegen die Gestaltung mit lebensfeindlichen Schotterflächen und Plastikzäunen und so auch „unseren Kindern ein Vorbild zu geben“. Die Zeit sei nun reif, sagte Gahlings: „Als die alarmierenden Zahlen vom drastischen Rückgang der Insekten bekannt wurden, war uns klar, dass wir was tun müssen. Natur zu erhalten ist ja ein ureigenes Thema der Grünen.“

Weil ein Aktionsstand der Partei für mehr biologische Vielfalt im vergangenen Jahr auf großes Interesse gestoßen sei, fühlte man sich ermutigt, nun diesen Wettbewerb zu starten. Die Jury, die anhand von Fotos und bei Bedarf auch Begutachtung vor Ort entscheidet, bilden Heike Meinert vom Grünflächenamt der Stadt, Heinz Tüffers vom Nabu-Naturschutzhof und Landschaftsarchitektin Andrea Brönner, Mitglied der Grünen. Die Experten bewerten die Gestaltung des Vorgartens, ob dort standortgerechte Pflanzen gedeihen, die Lebensräume und Nahrung für Insekten bieten, ob die Bodenversiegelung möglichst gering ist und wie sie sich aufs Wohnumfeld auswirken.

Weil nicht jeder Eigentümer oder Mieter einen Vorgarten habe, prämiere man auch Balkone und Terrassen. Gahlings: „Sie werden oft unterschätzt, haben aber bei blütenreicher Gestaltung eine Sprungbrettfunktion für Insekten und Vögel zwischen anderen Lebensräumen, locken zum Beispiel Wildbienen an.“

Als Preise winken 250 Euro für den ersten, 150 Euro für den zweiten und 100 Euro für den dritten Platz. Dazu kommt der Sonderpreis Balkon/Terrasse in Höhe von 100 Euro. Zusätzlich haben die Firmen Stauden Hendrikx und Grünes Warenhaus Pflanzengutscheine zur Verfügung gestellt. Die Bekanntgabe der schönsten Vorgärten und des besten Balkons erfolgt nach den Sommerferien.