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Grüne: Nettetal soll bis 2040 klimaneutral werden

Die Grünen in Nettetal : Nettetal soll bis 2040 klimaneutral sein

Sommergespräch mit dem Grünen-Fraktionschef Guido Gahlings. Seine Themen: Klimaschutz, Wohnraum und Pflege. Mit viel Rückenwind wollen die Grünen bei der Kommunalwahl am 13. September ein gutes zweistelliges Ergebnis erzielen.

Bei der Europawahl im Mai 2019 kamen die Grünen in Nettetal auf 21,31 Prozent der Stimmen, nach 9,4 Prozent bei der Kommunalwahl 2014. Trotz des guten Bundestrends und viel Rückenwind vor Ort bleibt Guido Gahlings, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Nettetaler Stadtrat, bescheiden. Für die Kommunalwahl am 13. September wollen die Grünen die Zehn-Prozent-Hürde überspringen. Sie streben ein gutes zweistelliges Ergebnis an. Die Mitgliederzahlen haben sich in zwei Jahren von 15 auf knapp 50 erhöht. Vor allem junge Leute interessieren sich, vor Ort für grüne Themen aktiv zu werden. Mit Christian Küsters stellen die Grünen sogar den gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von SPD, Grünen und FDP.

Als die Grünen 1980 in Karlsruhe ihre Partei gründeten, war Guido Gahlings gerade volljährig geworden und durfte zum ersten Mal wählen. Geprägt haben ihn auch die großen Friedensdemonstrationen an seinem Studienort Bonn, ebenso eine Führung durch den Braunkohletagebau in Garzweiler. Das Engagement für Frieden in der Welt und eine solidarische Gesellschaft ist bis heute unverändert aktuell geblieben. 1992 zog Gahlings nach Nettetal, wo er am Städtischen Krankenhaus arbeitet. Über politische Themen hat Gahlings immer schon gerne diskutiert. Und weil ihn manche lokale Entwicklung aufregte, brauchte es nur einen Anschubser von seiner Frau. Sie fragte ihn, warum er nicht auf die Seite gehe, wo alles mitentschieden werde?

Als sich 1994 die Grünen neu formierten, machte Gahlings mit und wurde sachkundiger Bürger im Umweltausschuss. Seine große Vision heute ist, dass die Stadt Nettetal bis 2040 klimaneutral wird. Wer ihm in seinem großen Staudengarten begegnet, könnte in der Tat meinen, Artenvielfalt, Naturschutz und Klimawandel seien seine vorrangigen Themen. Doch der Grünen-Fraktionsvorsitzende ist kein Ein-Thema-Vertreter. Der Arten- und Klimaschutz sind urgrüne Themen, die mit Elan und Entschiedenheit vorangetrieben werden sollen. Darüber nennt Gahlings die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes und die Umsetzung des Pflegeplanes des Kreises (es fehlen seniorengerechte, barrierearme Wohnungen mit Servcieangeboten) als wichtige Themen für die nächste Ratsperiode.

Auch die C2C-Politik (Bauen nach Kriterien der Kreislaufwirtschaft) müsse konsequent weiterverfolgt werden. Deswegen war Gahlings auch so von den Sanierungsplänen der Werner-Jaeger-Halle enttäuscht, weil sie nicht nur sehr teuer, sondern seiner Meinung nach auch zu wenig nachhaltig seien. Für eine lebenswerte Stadt für alle Generationen will Gahlings weiter für grüne Ideen Mehrheiten suchen. Die Grünen wollen im Stadtrat weiter auf ein Miteinander setzen und nicht auf eine Opposition der Konfrontation.