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Nettetal: Grenzüberschreitende Hindernisse abbauen

Nettetal : Grenzüberschreitende Hindernisse abbauen

"Venete ist eines der besterschlossenen Gewerbegebiete in NRW, wenn nicht sogar Deutschlands." Davon ist Jos Derkx überzeugt. Sein Unternehmen Systemec hat sich mit den Stadtwerken Nettetal zum Breitbandausbau im Gewerbepark und in drei weiteren Nettetaler Gewerbegebieten entschlossen.

Der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz staunte und fragte: "Kostet der Breitbandausbau den Staat wirklich so viel Geld?" Derkx verneinte dies. In den Niederlanden fließt privates Geld in den Ausbau. Nettetal sei für ihn ein wichtiger Partner für den Anschluss ans europäische Datennetz. "Elf von 13 Interkontinentalverbindungen kommen in Amsterdam an." Nettetal sei bei der Verteilung der erste Standort auf deutscher Seite. Systemecs Engagement in Nettetal hat sich herumgesprochen. Einige Großunternehmen zeigen deswegen schon Interesse, sagte Derkx.

Florenz interessierte sich bei seinem Besuch in Nettetal für grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Zuvor hatte er das Steuerberaterunternehmen WWS Wirtz, Walter Schmitz besucht und erfahren, dass dort eine Marktlücke geschlossen wird. Niederländische Unternehmen benötigen Hilfe bei bürokratischenFragen, wenn sie in den deutschen Markt möchten.

"Es muss ein Dutch Desk, eine Willkommenskultur entstehen. Niederländische Unternehmen müssen einen niederländisch sprechenden Ansprechpartner in der Wirtschaftsförderung finden", erklärte Bürgermeister Christian Wagner. WWS habe begonnen sich auf solche Kunden zu spezialisieren, ebenso für den umgekehrten Weg.

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Seit einigen Jahren arbeiten Stahlbau Peter Dammer aus Kaldenkirchen und Janssen staalbouw aus Horst aan de Maas zusammen. Sie haben erkannt, dass sie gemeinsam komplexe Projekte bewältigen können, die sie alleine nicht angehen könnten. Sie errichteten für die Spedition Kühne & Nagel ein Logistikzentrum in Utrecht. Janssen profitiert auch vom Agrobusiness. Er liefert für Fußballstadien Komplettpakete zur Rasenpflege: vom Samen bis hin zur Lichtanlage zur Unterstützung des Wuchses. Kunden sind Bayern München, Borussia Dortmund und Real Madrid.

Florenz wollte wissen wie sich der europäische Binnenmarkt für sie entwickelt habe, immerhin seien sie von einer nationalen Randlage in die Mitte des Marktes gekommen. Für Thijs de Mulder, Direktor bei Jansen, ist der kulturelle Unterschied ein Knackpunkt. Hinderlich finden Mulder und Christoph Dicks, Geschäftsführer von Dammer, Unterschiede bei Bauvorgaben in den Niederlanden und Deutschland (Brandschutz, Energiesparverordnung). Florenz ist überzeugt, dass dies nicht von Brüssel aus geregelt werden sollte. Packe man Probleme "von unten her" an, bekomme man jedenfalls bessere Ergebnisse. Dies gelte auch für Förderungen, denn "die Gießkanne aus Brüssel gibt es nicht mehr."

(php)