Nettetal: Grenz-Coffeeshops schließen

Nettetal: Grenz-Coffeeshops schließen

Damit hat der Drogentourismus über Alt-Schwanenhaus wahrscheinlich ein Ende - In Venlo überwacht die Polizei verstärkt die neuen Richtlinien für den Verkauf "weicher Drogen" wie Haschisch und Marihuana.

In "Oase" und "Roots", den Coffeeshops in der Nähe des alten Grenzüberganges Schwanenhaus/Keulse Barriere, gehen zum 1. Mai die Lichter aus. Dann tritt in der Provinz Limburg die Regelung in Kraft, nach der Drogen nur noch an registrierte Mitglieder ausgegeben werden dürfen. Und diese müssen in den Niederlanden wohnen. Damit lohnt sich das Geschäft in Grenznähe nicht mehr. Denn hier versorgten sich vor allem Deutsche mit Drogen.

BOT, D, MG — in kurzen Abständen kurven die Wagen mit den Kennzeichen von Rhein und Ruhr schon am Vormittag auf den bewachten Parkplatz der "Oase". Wer drinnen etwas gekauft hat, erhält auch einen grellroten Flyer mit dem Hinweis "Coffeeshops nur noch für Mitglieder zugänglich." Deshalb wird in diesen Tagen noch mit verstärktem Andrang gerechnet.

Umwandlung in Clubs

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Ab 1. Mai werden die Coffeeshops in Clubs umgewandelt, die nur noch von volljährigen Einwohnern der Niederlande betreten werden dürfen. "Holländer, die in Kaldenkirchen wohnen, dürfen nicht hinein, wohl aber Deutsche, die in Venlo ihren Wohnsitz haben", erläutert Venlos Bürgermeister Hubert Bruls die Regelung. Für Touristen gibt es nichts mehr. Die Clubs dürfen künftig nur maximal 2000 Mitglieder haben. Denn die Coffeeshops sollen "kleiner und besser kontrollierbar" werden und ihre Attraktivität für Kunden aus dem Ausland verlieren.

Venlo hat künftig nur noch drei Coffeeshops: einen in der Innenstadt und zwei in Venlo-Süd. Dass dort der Schwarzhandel wieder aufblühen könnte und sich Drogenkriminalität breitmacht, ist den Behörden bewusst. So wird die Mannschaft, die den illegalen Drogenhandel bekämpfen soll, in Venlo von elf auf 22 verdoppelt. Bruls ist zuversichtlich, dass die Probleme beherrschbar sind. Polizei, Staatsanwaltschaft und die acht Coffeeshop-Gemeinden in Limburg hätten gemeinsam ein Handlungskonzept erarbeitet, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. "Auch die Zusammenarbeit mit unseren deutschen Kollegen ist berücksichtigt", betont Bürgermeister Bruls, der Venlo gerüstet sieht für die Einführung der Clubregelung. Dazu gehören in den Regionen Venlo und Venray verstärkte Kontrollen an Grenzübergängen, Zugangswegen und in den Coffeeshops selbst. Auch die Deutsche Bundespolizei führe Sonderkontrollen durch.

Den "Drogenpfad" entlang der Bahnlinie von Kaldenkirchen nach Schwanenhaus sieht Bruls nun als nicht mehr existent an. "Auf ihm war zuletzt ohnehin nicht mehr viel los, künftig fahren Drogenkäufer durch bis Venlo und bekommen nichts mehr", ist er zuversichtlich.

(mme)
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