Gleichstellungsbeauftragte Nina Smets wünscht sich mehr Frauen in den Nettetaler Stadtrat

Nettetal : Stadtverwaltung wirbt um Frauen in der Politik

In der Nettetaler Politik gibt es zu wenige Frauen – dies bemängelte Bürgermeister Christian Wagner (CDU) in seiner Neujahrsansprache, und auch die Nettetaler Gleichstellungsbeauftragte Nina Smets wünscht sich mehr weiblichen Einfluss im Rat.

Für sie liegen die Vorteile auf der Hand: „Frauen bringen Kreativität, Empathie und frischen Wind.“

Nach der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren wirbt heute der Deutsche Frauenrat unter dem Hashtag #mehrfrauenindieparlamente für mehr weibliche Partizipation bei politischen Entscheidungen. Warum das bislang nicht klappt, kann Smets nur vermuten: „Für Frauen mit Familie sind die Sitzungen in den Abendstunden eine Doppelbelastung“, sagt sie. Junge Frauen aus Nettetal würde es dagegen häufig zum Studium in andere Städte ziehen: „Die sind dann weg.“ In der Stadtverwaltung sieht der Männer/Frauen-Anteil für die Gleichstellungsbeauftragte deutlich besser aus als in der freien Wirtschaft: Die Verwaltung beschäftigt aktuell 231 Frauen und 196 Männer. Smets: „Wir sprechen Frauen in Ausschreibungen gezielt an.“ Am Angestellten-freundlichen Konzept des Home-office arbeite die Verwaltung. „Wir sind dran“, sagt Smets. Zudem will sie in diesem Jahr den Frauenförderplan (heute: Gleichstellungsplan) überarbeiten. Die letzte Fassung von 2011 sei überholt, sagt Smets.

Einige wichtige Posten in der Verwaltung seien bereits von Frauen besetzt, etwa die Leitung der Bauaufsicht mit Carola Schellhorn und des Sozialamts mit Ina Prümen-Schmitz. Und: „Es war schön, mit Susanne Fritzsche eine Beigeordnete zu haben“, sagt Smets. Sie hofft, dass das Amt bei einer Neubesetzung wieder in weibliche Hände kommt. Gleichzeitig bedauert sie es, dass in sozialen Bereichen der Männeranteil sehr klein sei; Sascha Bähr von der Kindertagesstätte der Bongartzstiftung in Lobberich sei in Nettetal der einzige Mann, der eine städtische Kita leitet.

Film Um politisches Interesse bei Frauen zu wecken, hat Smets einen Kino­abend organisiert. Am Mittwoch, 23. Januar, 20 Uhr, zeigt das Corso-Film-Casino, Grenzwaldstraße 15a in Kaldenkirchen, das Drama „Suffragette – Taten statt Worte“. Der Film zeigt die Geschichte der Sufragetten, die in London um ihr Wahlrecht kämpften. Eintritt: fünf Euro.

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