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Nettetal: Giftraupe geht's an den Kragen

Nettetal : Giftraupe geht's an den Kragen

550 Bäume spritzt die Stadt Nettetal mit einem Mittel, das den Eichenprozessionsspinner tötet. Die feinen Härchen der Raupe können beim Menschen heftige Reaktionen hervorrufen.

Juckende Hautreizungen oder gar schmerzhafte Entzündungen, heftiger Husten oder Bronchitis bis hin zu Asthmaanfällen: Die feinen und kaum sichtbaren Härchen des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen heftige Reaktionen hervorrufen. 550 Bäume werden daher in der Stadt Nettetal in diesem Jahr vorsorglich gespritzt, immerhin 6500 Euro hat der Umweltausschuss dafür bewilligt. Aber das ist laut Arndt Venten, Pressesprecher der Stadt, gut angelegtes Geld.

Vor ein paar Jahren wurde das Thema aktuell, hörte man überall in der Region von gespenstisch anmutenden, von "Spinnweben" überzogenen und kahlgefressenen Bäumen, die vom Eichenprozessionsspinner befallen waren. 2010 war die Stadt Nettetal besonders betroffen. Sportveranstaltungen und Dorffeste wurden aus Vorsorgegründen abgesagt.

Ruhe eingekehrt

Nun ist jedoch Ruhe eingekehrt, seit im vergangenen Jahr Bäume vorbeugend mit einem Bacillus-Thuringiensis-Präparat besprüht werden. Die Raupen sterben an dem für andere Tiere und Menschen ungefährlichen Bakterium, bevor sie die giftigen Haare entwickeln. Vorbeugen ist laut Venten besser als zu reagieren, wenn sich die Raupen bereits angesiedelt haben: "Wenn man ein Nest entfernt, kann es immer noch sein, dass Härchen da sind und sich durch die Luft verbreiten."

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Das Problem: Die Haare sind lange haltbar und schwer zu erkennen. Sie halten sich hartnäckig an der Kleidung fest und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die Haare dringen leicht in Haut oder Schleimhäute ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Auch für die städtischen Mitarbeiter ist die Vorbeugung besser: Mitarbeiter des Grünflächenamts waren betroffen, obwohl sie Schutzkleidung trugen.

"Im vergangenen Jahre waren es 400 Bäume, die in Nettetal behandelt wurden, jetzt haben wir die Zahl auf 550 erhöht", sagt Venten. Daraus sei aber nicht zu schließen, dass sich das Vorkommen der Raupe erhöht habe. Im Gegenteil: "Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr hat uns gezeigt, dass die vorsorgliche Behandlung der Bäume hilfreich ist." In diesem Jahr habe es bei Ordnungs- und Grünflächenamt erst jeweils eine Meldung über befallene Bäume gegeben.

Vor allem an Stellen, wo sich viele Menschen aufhalten, wird gespritzt: an der Eiche vor der Mensa des Werner-Jaeger-Gymnasiums in Lobberich etwa oder am Grundschulzentrum in Breyell, an Spielplätzen, Sporthallen und stark frequentierten Schulwegen. Besonders Eichen hat — der Name verrät es — der Eichenprozessionsspinner zum Fressen gern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der Eichenprozessionsspinner

(RP/rl)