Nettetal Gesund kochen, aber lecker

Nettetal · Im Hinsbecker Jugendheim lernten junge Mütter, wie sie für ihre Kinder preiswerte und günstige Gerichte zubereiten. Für die Teilnehmerinnen waren viele Dinge noch Neuland.

 Schneiden, waschen, pürieren: In der Kochwerkstatt im Hinsbecker Jugendheim lernten die jungen Mütter, wie sie für ihre Kinder gesunde Gerichte zubereiten.

Schneiden, waschen, pürieren: In der Kochwerkstatt im Hinsbecker Jugendheim lernten die jungen Mütter, wie sie für ihre Kinder gesunde Gerichte zubereiten.

Foto: Busch

Sara schaut noch einmal kurz nach ihrem einjährigen Sohn Jadon, bevor die 19-jährige junge Mutter wieder zurück in die Küche des Hinsbecker Jugendheims geht. Dort sind neun weitere junge Mütter versammelt und dabei, ein Mittagessen vorzubereiten. Die Kinder werden gut versorgt und werden in einem Nachbarraum von Karen Langheinrich (Donum Vitae), Marie Luise Hellekamps (Streetwork Nettetal), Tamara Lischer (Suchtberatung Kreis Viersen), den beiden Hebammen Daniela Schroers und Irma Reyer sowie dem Schul-Praktikanten Andre Faßbach betreut. "Plötzlich schwanger", heißt es für rund zwei Dutzend junge Mütter unter 21 Jahren.

Die Nettetaler Streetworkerin hat mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Vertreterinnen anderer Institutionen und den beiden Hebammen ein Netzwerk gegründet, in dem junge Mütter nicht nur Rat finden, sondern sich auch austauschen können. Neben den finanziellen Problemen wird oft auch das tägliche Kochen, gerade für ihre Babys, zur Herausforderung. Bereits zum vierten Mal hat das Netzwerk einen Kochkursus "Cooking for Kids" angeboten.

Angebot wird gern angenommen

"Das Angebot wird immer gern von den jungen Müttern angenommen", weiß Marie Luise Hellekamps. Für die Kochkurse konnte sie die Kempener Hauwirtschafterin Martina Scholz mit ihrer mobilen Kochwerkstatt gewinnen. "Ich zeige ihnen, wie man preiswert, gesund und lecker kochen kann", so die Hauswirtschafterin. Und nebenbei lernen die jungen Mütter, ihre Erfahrungen auch lebenspraktisch umsetzen können. "Wie mache ich zum Beispiel einen Apfelkompott für mein Baby oder einen Obstbrei?", sagt Martina Scholz.

Für die jungen Mütter sind viele Gerichte noch Neuland. "Ich möchte für mein Baby keine Gläschen kaufen, die sind ja auch auf Dauer zu teuer", so die 18-jährige Jacqueline. Während sie und Lins (20 Jahre) Paprika, Äpfel und Gewürzgurken klein schneiden, sind Lisa (20), Pia (23) und Janina (17) damit beschäftigt, Oliven, Mozzarella und Schinkenstückchen auf einen Spieß zu schieben. "Das gibt die Vorspeise", sagen sie. Sara (19) und Charice (18) spülen in der Zwischenzeit die gebrauchten Sachen weg. "Die Mütter erfahren hier auch viel über Hygiene in der Küche", sagt Martina Scholz.

Die anderen Zutaten, die am großen Küchenblock vorbereitet werden, sind für den fruchtigen Reissalat gedacht. Der wird mit einer Klarsichtfolie abgedeckt und eine Stunde in den Kühlschrank gestellt. Der Erdbeerjoghurt als Nachspeise kommt natürlich auch nicht aus dem Becher, sondern wird von den jungen Müttern mit frischen Erdbeeren hergestellt. Und nach drei Stunden ist auch der Tisch gedeckt. Die Kinder haben ihren Mittagsschlaf im Nachbarraum gehalten und nehmen ausgeschlafen am gemeinsamen Mittagessen teil.

(ivb)
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