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Nettetal: Gespenst in der Museumsnacht

Nettetal : Gespenst in der Museumsnacht

Das Textilmuseum "Die Scheune" hatte Kinder eingeladen zu einer nächtlichen Märchen- und Geschichtenstunde. Zu den Feen am Spinnrad gesellte sich im Laufe des Abends auch das kleine Scheunengespenst.

Gebannt hörten die Mädchen und Jungen der Fee Nina Müllers zu. Sie erzählt vom goldenen Webschiffchen und von der goldenen Spindel, vom Weben und Spinnen und von den Krickenbecker Seen. Plötzlich ertönt ein Klopfen in dem dunklen, nur von Kerzenschein erhellten Raum. Es wird immer lauter. Die Kinder rücken unwillkürlich zusammen und lauschen.

Das Textilmuseum "Die Scheune" hat Kinder eingeladen zur "Museumsnacht. Hier, nicht wenige Schritte vom Hinsbecker Bruch entfernt, haben sie sich eingefunden. Zur kleinen Kate nebenan, in der einst einfache Leute lebten, gehört die frühere Scheune, in der die Kinder Geschichten lauschen. Umgeben sind sie von der beachtlichen Sammlung aus Geräten und Stoffen, die zweihundert Jahre und älter sind.

Daran denken die Kinder jetzt aber nicht. Sie horchen dem Klopfen nach. War das etwa das Scheunengespenst, das seit 350 Jahren hier lebt? "Mutterfee" Angela Müllers lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und sie spinnt am Spinnrad ihren Faden weiter. Doch da ist es wieder, das laute Klopfen.

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Doch etwas unruhig

Jetzt werden die Kinder doch unruhig. Tapfer schaut Obermärchentante Ille Jahnke-Lowis nach und entdeckt in einer mit Stoff- und Wollresten gefüllten Kiste tatsächlich das Scheunengespenst. Mehr als 350 Jahre hat es in der Kiste verbracht. Es treibt nur in der Nacht sein Unwesen in der alten Scheune. Die Kinder haben auch keine Furcht. Sie wollen mehr über das Gespenst wissen. Und so erzählt es von früheren Zeiten, als noch stinkender Torf in der Scheune gelagert wurde. "Dort, wo man den Torf ausgestochen hat, sind dann im Laufe vieler Jahre die Krickenbecker Seen entstanden", erzählt das Gespenst. Die Mädchen und Jungen hören aufmerksam zu, während das Scheunengespenst um die Kinder herumwirbelt.

Mit seinen Erzählungen zieht das Gespenst die Kinder in seinen Bann. Sie wissen viel über das Spinnen und Weben von Wolle, und der achtjährige Ben überrascht das Gespenst mit seinem Wissen über die alten Flachskulen. "Wenn man den Flachs auf dem Feld geerntet hatte, legte man die Bündel ins Wasser. Und die nannte man Flachskulen", sagt er stolz. Doch wie Kinder vor 350 Jahren lebten und spielten, erfahren die 23 Kinder, als sich das Scheunengespenst wieder zur Ruhe gelegt hat. Gemeinsam basteln sie nun kleine Gespenster zum Mitnehmen, dazu wird eine Gespenster-Suppe gereicht. Sie besteht, wie früher, aus verschiedenen Wurzelgemüsen, wie Kartoffeln, Möhren und Sellerie, dazu gibt es ein selbst gebackenes Fladenbrot.

Und wie es sich für Gespenster gehört, legt das Scheunengespenst auch seine gespenstische Kraft an den Tag. Laura hat während der gruseligen Gespenstergeschichten einen Zahn verloren und präsentiert ihn stolz dem Scheunengespenst. Lebt das Scheunengespenst vielleicht doch noch heute im Textilmuseum? "Mein Zahn ist auf jeden Fall ausgefallen", überlegt Laura und grübelt, ob es einen Zusammenhang gibt.

(ivb)