Jüdische Schicksale in Nettetal Gesamtschüler erinnern an die Deportation der Breyeller Juden

Breyell · Am 10. Dezember 1941, genau vor 80 Jahren, wurden alle Breyeller Juden ins Ghetto von Riga deportiert. An ihren Leidensweg wollen Schüler der Gesamtschule vor dem Mahnmal an der Biether Straße erinnern.

 Die Synagoge in Breyell wurde am 21. Oktober 1910 eingeweiht und am 9. November 1938 niedergebrannt.

Die Synagoge in Breyell wurde am 21. Oktober 1910 eingeweiht und am 9. November 1938 niedergebrannt.

Foto: Ingenrieth

„Gegen Vergessen und Wegschauen“: So ist eine Gedenkveranstaltung überschrieben, die Schüler der Gesamtschule Nettetal für Freitag, 10. Dezember, um 15.30 Uhr vor dem Mahnmal der Breyeller Synagoge an der Biether Straße planen. Ortsvorsteherin Vera Gäbler (CDU) und Lehrerin Julietta Breuer laden dazu auch die Öffentlichkeit ein. Mit dieser Gedenkveranstaltung soll daran erinnert werden, dass am 10. Dezember 1941, an einem Mittwoch vor genau 80 Jahren, unter der Mittäterschaft der damaligen Breyeller Gemeindeverwaltung alle Breyeller Juden nach Riga abtransportiert wurden. „Von diesen hat keiner überlebt, alle wurden ermordet“, schreibt Rolf Ingenrieth vom Organisationsteam. Vera Gäbler wird an die Situation vor 80 Jahren erinnern. An einem eiskalten Tag in der bevorstehenden Winterzeit, vermeldete die Gemeindeverwaltung Breyell: „Die Juden sind heute abtransportiert worden.“ Schüler der Gesamtschule tragen Texte von Betroffenen vor, in denen geschildert wird, wie sie zum Güterbahnhof nach Düsseldorf-Derendorf gebracht wurden, in einer nassen Halle 24 Stunden ausharren mussten. Alle wurden durchsucht, den Juden wurden alle wertvollen Sachen, doppelte Leibwäsche und das gesamte Reisegepäck abgenommen, ebenso alle Papiere. Mit dem Zug nach Riga waren alle drei Tage unterwegs, in einem ungeheizten Zug, ohne Wasser und Verpflegung. Abends kam der Zug bei minus 40 Grad in Riga an, aussteigen durften alle erst am nächsten Morgen.

(hb)