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Nettetal: Genug Platz für Kinder unter drei Jahren

Nettetal : Genug Platz für Kinder unter drei Jahren

Die Stadt hat mithilfe der freien Träger ihr Ziel erreicht, im Sommer den Bedarf an U-3-Plätzen in Kindergärten zu erfüllen. Es kommen weitere Plätze in nächster Zeit dazu. Engpässe könnte es demnächst für ältere Kinder geben.

Die Stadt kann ihr Versprechen halten: Sie kann alle Anfragen von Eltern nach einem Platz für Kinder erfüllen, die jünger als drei Jahre sind. In Einzelfällen ist das möglicherweise nicht im Stadtteil möglich, den die Familien bewohnen, aber noch im Laufe des zweiten Halbjahrs werden weitere Plätze hinzukommen. Mit Blick in die Zukunft gibt es dennoch eine Sorge: Es ist möglich, dass im kommenden Jahr die Zahl der Plätze für Kinder knapp werden, die dann älter als drei Jahre alt sein werden.

Im Jugendhilfeausschuss zog Erster Beigeordneter Armin Schönfelder Zwischenbilanz. Die Stadt selbst und die freien Träger haben enorme Anstrengungen auf sich genommen, die gesetzlich festgelegten Vorgaben zu erfüllen. Die für Ende Juli geplante Quote von 25,5 Prozent für die U-3-Plätze wird noch übertroffen und erreicht fast 27 Prozent. Schönfelder wies aber darauf hin, dass die Quote nicht mehr gilt, sondern die tatsächlich beanspruchten Plätze wichtig sein werden.

Dank der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Trägern, deren Interessen und Strategien möglichst erfüllt wurden, sei es gelungen, mehr als 200 Plätze in Einrichtungen anzubieten. Hinzukommen 56 Plätze in der Tagespflege. "Das ist ein bedarfsgerechtes Ergebnis", berichtete Schönfelder. Nähere Aufschlüsse darüber, was Eltern wollen, soll eine laufende Befragung durch die Dortmunder Hochschule erbringen. So hatte sich schnell herausgestellt, dass Eltern aus Sicherheitsgründen Doppelanmeldungen vornahmen. In einer Einrichtung in Breyell lagen mehr als 40 Voranfragen vor, angemeldet wurden dann aber faktisch nur etwas mehr als ein halbes Dutzend Kinder.

Besondere Hoffnungen setzt die Stadt auf die neue Einrichtung "Netteland", die an der Hauptschule in Lobberich errichtet wird. Bezugsfertig soll sie zum Jahreswechsel sein. In der Zwischenzeit wird ab August eine "Notgruppe" dort eingerichtet, die in der ehemaligen Hausmeisterwohnung untergebracht wird. Es gibt 14 Anmeldungen für diese Gruppe. "Das zeigt, dass die Entscheidung für den Neubau richtig war, der Bedarf ist ja vorhanden", erklärte Schönfelder. Für den Neubau ist die Bodenplatte gegossen, ab Mitte Juli wird er dann langsam in die Höhe wachsen. Die Zahl der Bewerber für die Trägerschaft ist nach Schönfelders Angaben beträchtlich hoch. In Kürze wird auch darüber die Entscheidung getroffen.

Jugendamtsleiter Jochen Müntinga erwartet keine Engpässe bei der Versorgung von Familien mit Plätzen für ihre Kinder. "Bei uns stehen keine Eltern im Familienbüro, die nicht versorgt werden können", ergänzte er. Dass weitere U-3-Plätze ausgewiesen werden und der Bedarf wachsen wird, gilt als sicher: "Sobald der Platz angeboten wird, wird er abgerufen", sagte Müntinga. Nächste Aufgabe sei die Ausbauplanung für die "Ü-3-Kinder".

Andreas Zorn vom DRK korrigierte einige Angaben zu den bisherigen Verfahrensschritten. Anträge zur Erweiterung und Anpassung der DRK-Einrichtungen in Kaldenkirchen (Purzelbaum und Inkita) lägen seit Ende 2010 bzw. seit 2011 bereits dem Landschaftsverband vor. Die Stadt selbst hat ihre eigenen Einrichtungen in Leutherheide, Lobberich (Bongartzstift) und Hinsbeck (Spatzennest) um 52 U-3-Plätze ergänzt. Die katholische Kirche hat 104 U-3-Plätze in Angriff genommen, einige sind fertig oder werden bis zum Jahresende ausgebaut, andere in der Planung bzw. für das nächste Jahr beantragt. Die evangelische Kirche schafft in Lobberich und Lötsch Plätze, die Awo in Breyell voraussichtlich bis zum 1. September. FRAGE DES TAGES

(RP)