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Nettetal: Gemeinsamer Unterricht tut allen gut

Nettetal : Gemeinsamer Unterricht tut allen gut

"Die Kinder lernen voneinander und miteinander", sagt Roland Schiefelbein, Direktor an der Gesamtschule Nettetal. Seine Schule unterrichtet seit zwölf Jahren behinderte und nichtbehinderte Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht (GU). "Wir müssen aber zu jedem neuem Schuljahr Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ablehnen", ergänzt er.

Fünf Plätze stehen in der Gesamtschule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zur Verfügung. "Das sind zu wenig Plätze. Allein im letzten Schuljahr mussten wir acht Kinder ablehnen", berichtet Schiefelbein dem Netzwerk für behinderte Menschen. Doch in Nettetal sei man schon seit Jahren weiter als im Land NRW. "Da wird immer noch heftig diskutiert", stellte er beim vierten Treffen des Netzwerks fest.

Im Seminarraum des städtischen Krankenhauses kamen rund 30 Mitglieder verschiedener Verbände und Institutionen zusammen, die dem Bericht von Roland Schiefelbein aufmerksam verfolgten. "Laut der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen muss allen Kindern der Zugang zu Regelschulen offen sein", erläuterte der Schulleiter. Die gemeinsame Beschulung täte allen Kindern gut. "Der Kontakt zu den behinderten Kindern ist völlig normal und der Umgang mit ihnen natürlich", berichtete Schiefelbein. Doch das sei nur möglich, wenn ausreichend Förderschullehrer für eine fachliche Betreuung zur Verfügung stünden.

"Die Bedingungen müssen stimmen", forderte Roland Schiefelbein eine klare gesetzliche Regelung, auch bezüglich in der Obergrenze der Klassenstärke. Den Anstoß zum Gemeinsamen Unterricht habe erst der Nettetaler Verein Kindertraum gegeben, der ergänzend zum Fachpersonal in allen Klassen mit behinderten Kindern sowie in Einzelfällen Integrationshelfer stelle und auch therapeutische Maßnahmen finanziere. "Sonst klappt es nicht", machte er deutlich.

Michael Weber, Vorsitzender vom Verein "Schlag auf Schlag", blickte zurück auf den ersten Tag der Behinderung in Nettetal im Mai. Trotz des schlechten Wetters sei er informativ gewesen. "Der Austausch war sehr gut", stellte er fest. Der zweite Tag für Menschen mit Behinderung soll am 4. Mai des kommenden Jahres folgen. Dann soll unter anderem gezeigt werden, wie sich behinderte Tauchschüler unter professioneller Anleitung in einem mobilen Tauchcontainer in der Unterwasserwelt bewegen können. "Der Tag soll wieder von vielen Mitmachaktionen geprägt sein", kündigte Michael Weber an.

(ivb)