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Gemeinde Schwalmtal will neue Blühstreifen anlegen

Schwalmtal : Gemeinde Schwalmtal will neue Blühstreifen anlegen

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft wird Landwirte beraten, wie sie an Ackerrändern Blühstreifen anlegen. Dies soll zunächst auf zwei Hektar geschehen.

An vielen Stellen der Gemeinde wird es im nächsten Jahr bunter: Mindestens sechs Meter breite Blühstreifen mit Klatschmohn, Kornblume und anderen Wildpflanzen sollen an Ackerrändern angelegt werden, um Insekten Heimat zu bieten. Das haben Rat und zuvor der Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr einstimmig beschlossen. Sie folgten damit einem SPD-Antrag, der das Projekt in Kooperation mit Ortslandwirten und Kreisbauernschaft angeregt hatte.

So hörten die Ausschussmitglieder  einen Vortrag über die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die Landwirtschaftsverbände gründeten. Zweck: Landwirte bei der Renaturierung von Flächen zu beraten. „Die Stiftung wird ab 2020 eine Zweigstelle in Kempen haben“, sagte deren Mitarbeiter Markus Reinders. Bürger könnten sich ortsnah Tipps holen. An vielen Beispielen erläuterte er, wie einer bis auf den Zentimeter ausgenutzten Ackerlandschaft ein Stück Natur zurückgegeben werden könne – und damit das Artensterben der Insekten angehalten werde.

„Es wäre schön, wenn solche Blumenwiesen auch bei uns zu sehen sind“, sagte SPD-Sprecher Marco Kuhn. Nicht nur, dass dies zum Überleben und zum Arterhalt vieler Insekten beitrage. Auch Vögel würden sich über das zusätzliche Nahrungsangebot freuen. Zudem böten mehrjährige Blühstreifen Lebens- und Rückzugsorte für etwa Hasen und Rehe. Kuhn warb dafür, mit der Landwirtschaft das Projekt anzupacken. Seinen Hinweis, „in erster Linie“ sei die Landwirtschaft gefordert, mochte Landwirt Hans Engels (CDU) so nicht gelten lassen: „Wir sind alle gefordert.“ Dass jeder ein wenig zu einem insektenfreundlichen Garten beitragen kann, machte Hermann-Josef Welters (SPD) mit seinem eigenen Garten deutlich: „Es ist erstaunlich, wie viele Insekten auftauchten“.

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Die Frage von Jürgen Heinen (Bündnisgrüne), warum  nur zwei Hektar umgewandelt werden sollen, beantwortete Planungsdezernent Bernd Gather: „Das ist ein kleiner Anfang. Wir müssen das Land ja auch bekommen.“ 7600 Euro sollen 2020 dafür bereit stehen, darin sind dann Pacht und Pflegekosten enthalten.

Info Die Gemeinde will auf ihrer Homepage Tipps zu einer insektenfreundlichen Gartengestaltung geben, die Bürger können auch spenden.