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Viersen: Gelungener Start in die Jubiläumssession

Viersen : Gelungener Start in die Jubiläumssession

Die Lötscher "Glatzköpfe", der Karnevalsverein "de Molveren Dei", feierten ihren karnevalistischen Geburtstag mit einem Festbankett: Sie werden in diesem Jahr 11 mal 11 Jahre alt.

"Lötsch", das ist keinesfalls nur die kleine Hohnschaft zwischen Breyell und Boisheim mit ihren Abschnitten Brün, Hees und Hött — Lötsch, das ist "mehr". Mehr als der Karnevalsverein "de Molveren Dei", dem Fußballclub Concordia oder dem Kapellenverein. Spätestens seit dem Festbankett zum 11-mal-11- jährigen Geburtstag der Molveren Dei darf Lötsch in einem Atemzug mit der Golden Gate Bridge in San Francisco, den Niagarafällen und dem Petersdom in Rom genannt werden.

Via Projektor erfuhren die zahlreichen geladenen Gäste wie die Mitglieder beim Festbankett allerlei noch nie Gesehenes über Lötsch. Denn was für die einen die Niagarafälle sind, ist für die Lötscher das Gefälle am Breyeller See mit seinen — wenn auch unwesentlich kleineren — Stromschnellen. Was am Ende des Rundflugs über Lötsch hängenblieb, war auch mehr als die ernüchternde Realität, dass die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke genauso lange dauern wie der Bau der Golden Gate Bridge, was übrigens die Gäste im Saal Kreuels mit viel Applaus und Gelächter quittierte.

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Der Molveren-Dei-Vorsitzende Axel Salentin und Sitzungspräsident Holger Michels begrüßten die Gäste zum Festbankett, das einige Überraschungen bot. Nicht nur, dass eigens ein "auswärtiger" Moderator aus Lobberich eingeflogen wurde, auch das Büfett, immerhin für mehr als 280 Gäste, konnte sich sehen und natürlich auch "essen" lassen. Kleine Häppchen auf den festlich gedeckten Tischen luden schon zu Beginn des Banketts zur Kostprobe ein, und die Gratulationscour der Vereine und Ehrengäste wurde mit der Eröffnung des Büfetts verschönert.

Danach ging es Schlag auf Schlag weiter: Moderator Stefan van den Eerthwegh, die "Erdnuss", in seinem Herzen zwar Lobbericher, aber in seiner Kindheit lange in Breyell wohnhaft, ließ die Geschichte der "Molveren Dei" kurzweilig mit vielen Sketchen Revue passieren und ließ auch die gewohnten Lötscher Seitenhiebe Richtung Lobberich nicht aus.

Abordnungen aller Nettetaler Karnevalsvereine waren gekommen, und Bürgermeister Christian Wagner hielt eine beschwingt fröhliche und lustige Rede, in der er besonders die Mischung aus Brauchtumspflege und Jugendarbeit erwähnte. "Machen Sie weiter so, das hat Herz und ist richtig", rief er den jubilierenden Jecken zu.

Das Programm eröffneten die vereinseigenen "Molveren Dei"- Funkenmariechen mit flotten Tänzen. Die Damen brachten damit den Saal in Wallung, bevor der Hinsbecker Bauchredner Michi und Herr Wutz (Thomas und Michael Gelsz)das Programm fortführten. Als Höhepunkt und absoluter Überraschungsgast des Abends krempelte die Kölsche Band "Kasalla" unter dem Motto "Alles kann — Kölsch muss" kurz vor Mitternacht den Saal einmal auf Links um und durften erst nach einigen Zugaben die Bühne verlassen.

Ein absolut gelungenes Festbankett, das für eine weitere Überraschung sorgte: Dem Lobbericher Manfred Mertens, Vorsitzender der KG Fidele Heide, versprach Sitzungspräsident Holger Michels nach Rücksprache mit seinen Lötscher "Glatzköpfen", dass Lötsch zum diesjährigen Tulpensonntagszug als Glatzköpfe durch Lobberichs Straßen ziehen. Bleibt abzuwarten, ob die Lötscher ihre Haarpracht tatsächlich gänzlich in vollem Umfang den Lobberichern widmen.

(ivb)