Nettetal: Geburtstagsfeier der Tisch-Modellbahn

Nettetal: Geburtstagsfeier der Tisch-Modellbahn

Unter dem Motto "Total Rokal" feierten Modellbaufreunde am Wochenende den 65. Geburtstag der TT-Bahn, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Lobberich produziert worden war.

Rokal — das ist ein Name, bei dem Modell-Eisenbahner schnell ins Schwärmen geraten. Seit 65 Jahren: Es war 1946 als Robert Kahrmann, Lobberich zusammen. Als im Jahre 1946 die Produktion von Spielzeug in der Britischen Besatzungszone wieder gestatten worden war, beschloss der aus Mönchengladbach stammende Eugen Engelhardt eine elektrisch angetriebene Modelleisenbahn zu entwickeln. Da die Wohnverhältnisse in der Nachkriegszeit ziemlich beengt waren, kam Engelhardt die Idee, die Spurbreite von 24 auf zwölf Millimeter zu reduzieren.

So wurde nicht mehr ein ganzer Raum benötigt um eine Eisenbahnstrecke aufzubauen, sondern es genügte ein kleines Tischchen. Die Spurbreite wurde später TT genannt, was für die englische Bezeichnung "Table Top" steht — frei übersetzt: tischgerecht.

Auf der Suche nach einem Unternehmen, welches seine elektrische Eisenbahn produzieren könne, stieß Engelhardt auf Robert Kahrmann aus Lobberich, der sich sofort für diese Idee begeistern ließ. Schnell war auch der Name des neuen Unternehmens gefunden: "Ro" für Robert, "Ka" für Kahrmann und "l" für Lobberich — Rokal. Schon gegen Ende des Jahres 1948 ging die Modellbahn in die Produktion und an Weihnachten war die erste Zugpackung der Spurbreite TT funktionstüchtig.

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Leider musste das Unternehmen im Jahre 1974 Konkurs anmelden, doch die elektrischen Eisenbahnen leben im Herzen der Modellbaufreunde weiter.

Es sind "vor allem Sammler und Liebhaber, die für Rokal bis zu 200 Kilometer fahren", berichtete Ralf Nolde, während sein zehnjähriger Sohn Mika die kleine TT-Kinder-Fahranlage im Hinsbecker Parkstübchen präsentierte. "Ich baue auch schon an kleineren Anlagen", sagte der Nachwuchsmodellbauer.

Besonderes Augenmerk legten die Besucher auf die sieben Meter lange Rokal-Segmentanlage, die mit viel Liebe zum Detail mehrere Züge durch eine idyllische Landschaft fahren ließ. Etwas abseits davon saß Manfred Heiss, der mit einem Lötkolben bewaffnet eine Lok reparierte. "Ich bin für die lästigen Kleinarbeiten verantwortlich", lächelte er. Neben Reparatur widmete er sich auch der Pflege alter Rokal-Loks. "Sobald die Experten beisammen sitzen wird viel gefachsimpelt", sagte Heinrich Otten, der als Kind mit dem Rokal-Fieber infiziert wurde. Und das war auch Thema in den Workshops, die angeboten wurden. Wenn man nicht gerade damit beschäftigt war, seine mitgebrachten Züge in dem vorbereiteten Diorama zu positionieren und ein Erinnerungsfoto zu machen.

(mat)
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