Nettetal: Frost bremst Bauarbeiten

Nettetal: Frost bremst Bauarbeiten

Der städtische Nettebetrieb hat einige Arbeiten unterbrechen oder aufschieben müssen, weil es so hart friert. Noch aber sehen Verantwortliche keine Problem: Die Zeitpläne berücksichtigen auch einige Wochen echten Winter.

Unsere niederländischen Nachbarn bewegt seit Tagen nur ein Thema: Es friert, und es könnte eine länger anhaltende Frostperiode geben. Die "Elfstedentocht", das Schlittschuhrennen über Gräben, Grachten und Flussläufe zwischen elf Gemeinden in niederländisch Friesland elektrisiert die Eisschnelllauf-Nation.

Eher gelassen schauen Tief- und Hochbauer auf die Thermometer. Einige Tage Frost werden in die Planungen von Winterbaustellen immer eingerechnet. Dass beispielsweise jetzt der Kanalbau in der Düsseldorfer Straße in Lobberich stockt, macht der Abteilung Abwasser im städtischen Nettebetrieb (noch) keine Sorgen.

"Die Kollegen haben als neuen Termin den 18. Januar ins Auge gefasst. So lange bleibt es bei der bisher geltenden Einbahnregelung für den Straßenverkehr", erklärt Nettetals Pressesprecher Christoph Kamps. Die Kanalbaustellen an der Ansemsstraße in Hinsbeck und am Schwanenhaus in Leuth wurden vor den Weihnachtsfeiertagen beendet. Und die Baustelle in der Lobbericher Düsseldorfer Straße, die im Augenblick keine ist, liegt noch im gesteckten Zeitplan.

Die Abteilung Tiefbau ist ebenfalls nicht beunruhigt. Eine Straßebau-Maßnahme in der Erich-Selbach-Straße in Lobberich ruht wegen des Frostes ebenso wie die Arbeiten am Dahlweg in Kaldenkirchen. Und das gilt auch für die ursprünglich geplanten Arbeiten am Alleenradweg auf der früheren Schienenstrecke zwischen Grefrath und Kaldenkirchen. "Wir rechnen auch nicht mit höheren Kosten durch den Winter", fügt Kamps hinzu.

Still liegen auch einige Hochbaustellen der Stadt, ohne dass ein jetzt schon drängender Zeitplan dahinter stünde. Die Bodenplatte für den neuen Kindergarten der Bongartzstiftung am Caudebec-Ring ist gegossen. Darauf, dass das Haus jetzt in die Höhe wächst, muss das Ende der Frostperiode abgewartet werden. Das gilt auch für die Mensa am Werner-Jaeger-Gymnasium. Die Bodenplatte liegt, nun heißt es warten auf weniger kalte Zeiten. Ob es zu Verzögerungen bei der Sanierung des Hinsbecker Parkstübchens kommt, wusste Kamps nicht zu sagen. Die Außenarbeiten an der Dachkonstruktion sind noch nicht abgeschlossen.

Und manchmal hat der Frost sogar sein Gutes: Tiefbauer der Stadt kommen jetzt nämlich an Wald- und Ackerränder heran, die nicht durch Wege erschlossen sind. Ihr Gerät kann über die hart gefrorenen Äcker gebracht werden, um beispielsweise Rückschnitte vorzunehmen. Insgesamt gilt: "Zwei Wochen frostbedingte Verzögerungen sind aufzufangen", berichtet Kamps. Die Frostwochen benötigen die niederländischen Kufenflitzer auf jeden Fall, ehe das Spektakel beginnen kann. Zuletzt war es 1997 so weit.

(RP)
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