Forschung am Fluss

Exkursion in die Natur: Fünftklässler entdecken die Natur

Die Schüler des Dülkener Albertus-Magnus-Gymnasiums untersuchten in Lobberich Gewässer. Dort beobachteten sie Tiere, die im und am Wasser leben, wie etwa eingereiste amerikanische Krebse

Der Biologieunterricht für die fünften Klassen des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Viersen-Dülken fand am Montag in der freien Natur in Nettetal statt: Eine ganztägige Exkursion führte die Schüler für eine Gewässeruntersuchung der Fischaufstiegstreppe Ferkensbruch und des Unteren Mühlenbachs in Lobberich. Die Idee dahinter: Die Kinder lernen die heimische Flora und Fauna kennen.

„Die Begegnung mit der Natur ist im Biologieunterricht ja sonst eher theoretisch“, sagt Bio-Lehrer Ulrich Tenbrock, der bereits die vierte Schulklasse an den Ferkensbruch begleitet. „Hier können die Kinder sie authentisch erleben, werden praktisch an Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit herangeführt.“ Es stehe der Naturschutz im Vordergrund, und das Thema Renaturierung könne man anhand der Fischaufstiegsanlage gut erklären. „Wir können aufzeigen, was diese Maßnahme für eine Bedeutung hat und was man für anderes ableiten kann“, sagt Tenbrock.

Die Exkursion fand in Zusammenarbeit mit dem Netteverband statt, mit dem das Albertus-Magnus-Gymnasium seit 2015 einen Kooperationsvertrag unterhält. Die Idee: Der Verband soll die Schule durch Projekte wie diese Exkursion darin unterstützen, mehr Nähe zur Natur zu vermitteln. Nach einer kurzen Einführung verteilt Monika Nelißen, Gewässer-Ökologin und  Naturführerin, Siebe, Pinsel und kleine Plastikschüsseln an die Kinder. Sie sollen nun, aufgeteilt in zwei Gruppen, an verschiedenen Stellen der Nette nach Tieren suchen. Nach dem Einfangen mit dem Sieb sollen die Schüler sie nach ihrer Art in die Schüsseln sortieren.

Nach kurzem Zögern steigen alle Kinder ins Wasser, suchen es nach Lebewesen ab. „Später schauen wir uns alles, was sich dann in den kleinen Schüsseln befindet, genau an“, sagt Nelißen. „Dabei sollen die Schüler darauf achten, wie die Tiere im Wasser leben, sich bewegen und wie sie atmen.“ Was später auch besprochen werde, sei die Frage, ob Tiere sich möglicherweise an das Wasser angepasst hätten. „Auch interessant: Können uns die Tiere etwas über die Wasserqualität sagen?“, sagt Nelißen.

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In diesem Teil der Nette gebe es Muscheln, Flussflohkrebse, Schnecken, nordamerikanische Sumpfkrebse, Köcher- sowie Eintagsfliegenlarven. Schnell werden die ersten fündig: Katja (11) entdeckt einen Flusskrebs und betrachtet ihn ausgiebig, um eventuelle Auffälligkeiten zu finden. „So etwas habe ich noch nie gemacht, das ist cool“, sagt sie. Auch Henry (11) und  der zehnjährige Tim sind begeistert: „Uns gefällt es gut. Es gibt so viele Tiere und immer etwas Neues zu entdecken.“ Sie schauen sich einen Krebs in einer Schale näher an. Dafür haben sie die von ihnen gefundene Kaulquappe einem ihrer Mitschüler überlassen.

Bereits nach einer halben Stunde ist die Ausbeute der Kinder groß, die Schüsseln sind gefüllt mit Muscheln, einem Skorpion, Krebsen und sogar einem Babykrebs. „Hier finden wir hauptsächlich amerikanische Krebse“, sagt Nelißen. „Das Problem: Alle amerikanischen Krebse übertragen den Schlauchpilz, einen sehr aggressiven Pilz, den unsere heimischen Krebse nicht überleben.“

Die elf Jahre alte Annabelle hat bei der Fischtreppe einen kleinen Aal gefunden und mit ihrer Freundin Valerie aus dem Wasser geholt. „Er schwamm gerade zu den Steinen, da habe ich ihn gesehen“, sagt sie. Die Exkursion gefalle ihr sehr gut, denn sie habe noch nie auf diese Art und Weise nach Tieren gesucht.