Förderschule testen Texte in einfacher Sprache

Praxistest in der Förderschule West : Einfache Informationen über die Natur

Schüler der Förderschule West testeten Texte der Biologischen Station auf ihre Verständlichkeit. Zu sehen sind diese bald im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch

Die Schüler des Förderzentrums West in Hinsbeck erleben an diesem Tag einen anderen Unterricht als sonst. Verschiedene Pflanzen und Tierpräparate liegen auf den Tischen vor ihnen.

Die Jugendlichen bekommen Besuch von Isabelle Lorenz und Dirk Geraedts von der Biologischen Station Krickenbecker Seen. Lorenz, zuständig für das Info-Zentrum und die Öffentlichkeitsarbeit, arbeitet an einem Projekt, in dem es um Inklusion in der Freizeit und beim Lernen geht. Die Lebensräume in der Umgebung sollen für verschiedene Gruppen erlebbar gemacht werden. Im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch läuft dazu schon seit knapp einem Jahr eine Ausstellung.

Im Moment arbeiten die Mitarbeiter noch daran, diese mit Leben zu füllen. Eine Schreinerei in Breyell stellt dafür das Grundgerüst. Eine wichtige Maßnahme sei es zum Beispiel, Höhenunterschiede zu beseitigen, damit sowohl kleinere Kinder als auch Rollstuhlfahrer am Erlebnis teilhaben können, nennt Isabelle Lorenz ein Beispiel. Gefördert wird das Projekt durch das Netzwerk des Landschaftsverbands Rheinland „Kulturlandschaft“.

Lorenz selbst hat für Förderschüler Texte über die untershciedlichen Landschaften und Tiere in leichter Sprache verfasst. Dafür gibt es besondere Regeln. Der Text sollte zum Beispiel insgesamt nicht zu lang sein, und ein Satz sollte nicht die Länge einer Zeile überschreiten. Daniela Di Raimondo, Lehrerin an der Förderschule, erzählt, dass die Informationen n Museen und Ausstellungen meistens viel zu umfangreich seien: „Wenn man schon als Lehrer nach einer Minute keine Lust hat weiterzulesen, ist das für die Schüler natürlich nochmal anstrengender“, sagt sie. Die Lehrerin rät zu „ansprechenden Überschriften, die auch zum Weiterlesen anregen“.

Außerdem sei die Nähe zum eigenen Alltag für die Jugendlichen wichtig. Die Heide kennen zum Beispiel die meisten aus Hinsbeck und Umgebung. Auch die Birke kennen viele Kinder aus dem Umfeld und können sich somit besser mit dem Thema identifizieren.

Chaline (zwölf Jahre), Kevin (15) und Dominik (11) geben positive Rückmeldungen über die Stunde. Chaline hat die Ausstellung im Info-Zentrum sogar schon besucht. „Besonders interessant fand ich den Specht“, sagt Kevin.

Lorenz, Geraedts und Di Raimondo sind zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich hatte zuerst Bedenken und konnte nicht einschätzen, wie die Kinder die Texte aufnehmen werden“, sagt Isabelle Lorenz, „aber alle schienen sehr interessiert und konzentriert.“ In der Feedbackrunde konnte jedes Kind etwas Gelerntes beitragen.

Bald werden die Texte auch im Info-Zentrum am Hinsbecker Bruch zu sehen sein.

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