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Nettetal: Flüchtlinge wollen den Nettetalern ein Ständchen bringen

Nettetal : Flüchtlinge wollen den Nettetalern ein Ständchen bringen

Für den Neujahrsempfang am kommenden Donnerstag im Rathaus üben sie eifrig Gesänge, Musik und Tänze. Willkommen ist jeder.

Die Hoffnung ist groß: "Keiner muss sein Leben mehr gefährden", singen sie mit Inbrunst. Etwa 40 Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern wiegen sich im Rhythmus, schwenken die Arme. "Text schwer, aber Text gut", flüstert eine junge Irakerin. Umso mehr geben sie sich die Teilnehmer des Sprachkurses für Flüchtlinge Mühe bei den Proben. Denn am Donnerstag wollen sie den Nettetalern ein Ständchen singen - beim "Neujahrsempfang mit und für Flüchtlinge im Rathaus".

Sie üben Singen, Tanzen und Trommeln fürs Programm. Eingeladen sind Flüchtlinge und Asylbewerber, aber auch alle Nettetaler: "Jeder ist willkommen", betont Beate Engelke vom Flüchtlingsrat, der mit Kirchengemeinden und Integrationsrat ermuntert: "Seien Sie Teil einer vielseitigen Begegnung und stoßen sie mit uns auf das neue Jahr an!"

Was dieses Jahr den Flüchtlingen bringen wird, ist ungewiss. Es werden wohl noch mehr zugewiesen, erwartet Sozialdezernent Armin Schönfelder. Die, die hier schon hier sind, bemühen sich um Integration, viele nehmen an Sprachkursen in den Dörkesstuben teil, die Bürger und Firmen mit Spenden finanzieren. Etliche Nettetaler kümmern sich in ihrer Freizeit um Flüchtlinge.

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Das Miteinander soll beim Neujahrsempfang deutlich werden, bei dem neben einem Flüchtling und Bürgermeister Christian Wagner auch Ina Prümen-Schmitz ein Grußwort sprechen wird: Der Leiterin des Fachbereichs Soziales ist die "Willkommenskultur für neue Mitbürger" ein Herzensanliegen.

Solidarität wird großgeschrieben in Nettetal: "Das ist großartig hier, vor allem wenn man sieht, was anderswo passiert", meint Sprachlehrerin Susanne Floethe. Für Gespräche über Politik freilich bleibe im intensiven Deutschunterricht keine Zeit: "Da wird höchstens in den Pausen mal über den Anschlag auf Charlie Hebdo geredet." Allerdings habe man eine Schweigeminute für den in Dresden ermordeten Flüchtling Khaled Idris Bahray eingelegt.

Nach dem Unterricht proben sie für den Empfang, der ein kleines Fest der Kulturen werden soll. Sarpong aus Ghana möchte "ein Afrika-Lied singen", unterstützt von den Trommlern Mamadou und Victor. Einige bereiten ein Obstbuffet und Snacks vor. Für den Chor haben sie sich das Lied "Alles kann besser werden" von Xavier Naidoo ausgesucht: "Der Text trifft die Situation gut", erläutert Caroline Kessel, die im Praktikum fürs Sozialpädagogik-Studium in der Flüchtlingsarbeit in Nettetal mitwirkt. So heißt es im Text: "Jetzt bin ich hier in Deutschland, und es geht nur schwer voran..." Aber Mut macht der Refrain, bei dem der Flüchtlings-Chor bei den Proben erst zaghaft, dann immer schwungvoller singt: "Alles kann besser werden."

Neujahrsempfang mit und für Flüchtlinge am Donnerstag, 22. Januar, ab 18 Uhr in der Cafeteria des Rathauses, Doerkesplatz 11 in Lobberich.

(jobu)