1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Fit in Deutsch für die Schule

Nettetal : Fit in Deutsch für die Schule

Weil immer mehr Kinder Schwächen in der deutschen Sprache haben, gibt es zwei Jahre vor der Einschulung Tests. So bleiben zwei Jahre, um Defizite aufzuarbeiten. Ingrid Buscher macht Sprachtherapien.

Ein Drittel der Vierjährigen spricht mangelhaft Deutsch, so schätzt es das nordrhein-westfälische Schulministerium. Als erstes Bundesland hat NRW bereits im Jahr 2007 auf Sprachtests für Knirpse gesetzt. Jetzt müssen die Kleinen zeigen, ob sie bereits zwei Jahre vor der Einschulung die deutsche Sprache beherrschen.

Stellt sich heraus, dass ein Kind nur mangelhafte Sprachkenntnisse hat, sind Vierjährige zu vorschulischen Sprachkursen verpflichtet, so will es das Schulministerium. Mit dem Testverfahren "Delfin" soll überprüft werden, ob die Sprachentwicklung des Kindes aus pädagogischer Sicht altersgemäß ist und ob es die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. In den Kindertagesstätten haben die Erzieherinnen ein Förderprofil entwickelt. Sie ordnen Förderunterricht an, diese Sprachförderung soll dann in den Alltag der Kitas integriert werden.

Ingrid Buscher, Erzieherin im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in Nettetal, hat sich durch zur Sprach- und Kommunikationstherapeutin qualifiziert. Sie erteilt in der städtischen Kindertagesstätte Bongartzstift in Lobberich vierjährigen Kindern Sprachkurse. "Ich ersetze aber nicht die Logopädin", betont sie. Ihren Arbeitsschwerpunkt hat sie auf das Sprachgefühl und die Aussprache gelegt.

  • Anfang 2023 wird Kämmerer Norbert Müller,
    Stadtverwaltung in Nettetal : An der Rathausspitze fehlt bald ein Jurist
  • Ein 68-jähriger Mann aus Grefrath ist
    Corona-Pandemie : Ein Todesfall und 313 Neuinfektionen im Kreis Viersen
  • Die Bundespolizei nahm im RE 13
    Am Bahnhof in Kaldenkirchen : Bundespolizei verhaftet 27-Jährigen im Zug

Schwächen in Grammatik

"Ein großes Defizit der Kinder ist die Grammatik", fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Bis zu zehn Kinder begleitet sie in ihren Sprachkursen. Dazu baut sie zunächst ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern auf. "Viele sind ängstlich, sie reden nicht", berichtet Ingrid Buscher. Beispielsweise die fünfjährige Bora. "Anfangs war sie sehr zurückhaltend, jetzt redet sie und ist sehr aufgelockert", freut sich die Erzieherin. Zwar stammen die meisten Kinder, die zu Ingrid Buscher kommen, aus Migrationsfamilien. "Doch sitzen auch rein deutschsprachige Mädchen und Jungen in meinem Sprachkursus", berichtet sie.

Die fünfjährige Anita kommt gerne in den Sprachkursus. Sie bildet Reimwörter und weiß schon, dass auf Flöte die Kröte folgt. "Wir reimen spielerisch Worte", lacht Ingrid Buscher, und Anita nimmt die Karte von der Bohne direkt und zielsicher zur Krone. Das Repertoire der Spiel- und Lernmöglichkeiten ist mittlerweile groß. "Anfangs hatte ich noch nichts zusammen", erinnert sich Ingrid Buscher. Da kam es schon einmal vor, dass sie auf Trödelmärkten ein Memory-Spiel für die Sprachtherapie kaufte. Doch die Zeiten seien glücklicherweise vorbei.

Ihre Arbeit bekommt Ingrid Buscher durch eine kleine Pauschale vergütet, hauptberuflich ist sie in der Behindertenarbeit beschäftigt. Zweimal in der Woche lernt sie mit den Kleinen und freut sich, wenn ihre Schützlinge Fortschritte machen und zur Einschulung in zwei Jahren in der deutschen Sprache fit sind.

(ivb)