Nettetal: Film-Experte im Lichtspielhaus

Nettetal: Film-Experte im Lichtspielhaus

Bevor Hollywood-Streifen über die Leinwand flimmern, gibt es für Filmvorführer Helmut Töpfer jedeMenge Arbeit: Die Filme müssen geklebt und vorbereitet werden. Erst dann kann der Kinospaß beginnen.

Wenn das Licht im Kinosaal erlischt und der Vorhang aufgeht, macht sich kaum einer Gedanken, welche Technik hinter dem Filmerlebnis steckt. Vom Lichtspielhaus bis zur heutigen 3D-Technik hat sich eine ganze Menge verändert. Auf eine 53-jährige Geschichte kann das heutige Corso-Film-Casino in Kaldenkirchen zurückblicken, davon 33 Jahre unter der Leitung von Helmut Töpfer. Damit hat es auch so manchen Wandel in der Kinolandschaft miterlebt.

Eine Menge Bastelarbeit

Auf zehn kleinen Spulen liegt der Film "Avatar" im Vorführraum über dem Kinosaal. Sie sind per Kurier vom Düsseldorfer Filmverleih nach Kaldenkirchen gekommen. Bis der Film nun auch für den Besucher auf der Leinwand zu sehen ist, muss Kinobetreiber Helmut Töpfer aber noch einiges tun: "So etwa 20 bis 30 Minuten bastele ich noch an dem Rohmaterial rum, bis es dann auf unserer Leinwand läuft."

Mit einem Trockenkleber, ähnlich wie Tesafilm, werden die einzelnen Filmrollen miteinander verbunden. Auf einer endgültigen Vorführspule finden dann bis zu 4000 Meter Film Platz. Der Vorspann ist in jedem Kino individuell und muss ebenfalls vom Vorführer noch an den Film geklebt werden.

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Auch an die Impulse für den Vorhang, die Abdeckung der Leinwand, die Objekte und das Saallicht muss gedacht werden. Wenn erst mal alles auf der Abwickelspule ist, legt der Betreiber den Film nur noch in den Projektor ein. Der Rest regelt sich dann automatisch. "Bisher hatten wir keine größeren Reparaturen am Projektor nötig und ich hoffe, das ändert sich auch nicht, jetzt wo ich es so heraus posaune", sagt Töpfer. Eine ganze Menge hat sich aber bereits getan.

Früher war es undenkbar, dass ein Filmvorführer sich während des Film im Kinosaal aufhält. "Da gab es noch Nitrofilme, man musste immer mit einem Eimer Wasser neben dem Projektor stehen, falls der Film während des Durchlaufens Feuer fängt. Zum Glück ist das hier nie passiert", erzählt Töpfer von seinen Anfängen als Filmvorführer.

Aus dieser Zeit stammt auch noch der Nebeneingang zum Kino. Früher musste der Vorführraum über einen separaten Eingang zu erreichen sein, um die Sicherheit der Besucher bei einem Brand garantieren zu können. "Heute sind die Filme aus Polyester, die reißen dann auch nicht mehr."

Ganz auf dem neuesten Stand ist das Programmkino allerdings noch nicht. Die Umstellung auf das Erlebnis in 3D dauert noch etwas: "Wir warten noch auf die Unterstützung vom Staat für Kleinkinos. Allein wäre so ein Projekt für uns nicht zu stemmen, die Kosten liegen immerhin bei 100 000 Euro". An Zukunftswünschen und -plänen mangelt es dem gelernten Filmvorführer also nicht.

(RP)