Ferien auf dem Famcare-Bauernhof in Dülken

Ferienfreizeit : Auf Schatzsuche in der Nachbarschaft

Die Stadt Nettetal nutzt zum ersten Mal das Angebot von Famcare für eine Ferienmaßnahme. Auf dem Hof in Viersen-Dülken verbringen 15 Kinder eine kunterbunte Ferienwoche

„Die Brötchen!“ – der Ruf, mit dem Leon begrüßt wird, lässt den Neunjährigen, der einen großen Korb voller Brötchen transportiert, strahlen. Unter den weißen Pavillons, die mitten auf der Wiese des Hofes von Famcare in Viersen-Dülken aufgebaut sind, setzt rege Betriebsamkeit ein. Kinder- und Betreuerhände greifen nach den Brötchen und je nach Vorliebe werden sie mit Marmelade, Schokocreme, Wurst oder Käse bestückt. „Es ist total schön zum Frühstück draußen zu sein“, sagt Royan, die mit vollen Backen kaut.

Von der Nachbarkoppel schauen Pferde herüber, Hündin Frieda dreht ihre Runden um die langen Tische mit den Bänken. Selbst Findus, der fünf Monate alte rote Kater, leistet den Kindern beim Frühstück Gesellschaft. Es wirkt wie Ferien auf dem Bauernhof. Ein stückweit ist es das auch, denn Lena Henke hat das Konzept von Famcare tiergestützt aufgebaut. Die Sozialpädagogin bietet tiergestützte Erziehungshilfe an und arbeitet für die Sommerferien Programme aus, die von Jugendämtern gebucht werden können. „Wir waren von dem Angebot, das das Kreisjugendamt im vergangenen Jahr genutzt hat, so begeistert, dass wir uns entschieden haben dieses Jahr erstmalig ebenfalls eine Woche Ferienfreizeit zu buchen“, sagt Claudia Küppers, Sachgebietsleiterin Soziale Dienste und Familienbüro der Stadt Nettetal. 15 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren leben so für eine Woche auf dem Hof von Henke in Dülken. Geschlafen wird in einem großen Pavillon der Reithalle. „Über den Tag verteilt bieten wir teambildende Maßnahmen an, geben der Kreativität Raum und lassen natürlich auch Zeit für Freispiele“, erläutert Henke das Konzept, das unter dem Motto „Bunter Blitz und seine Freunde“ läuft. Jeder Tag hat ein Motto, wobei der aktuelle im Zeichen der Schatzsuche steht, die für den Abend geplant ist. Nach dem Frühstück geht es erst einmal an den Tipi-Aufbau, eine Konstruktion aus langen Holzstangen und bunt bemalten Tüchern. „Die haben wir selber gebaut und auch bemalt“, berichtet Sidney, die stolz ihr selbst designtes T-Shirt trägt, ebenfalls eine Aktion der Ferienwoche. Während ihres von einem Ponykopf bestimmt ist, leuchtet bei Joel die USA-Flagge. „Jeder konnte sein T-Shirt nach persönlichen Vorlieben gestalten“, sagt Henke. Das gilt auch für die Indianerketten und -stirnbänder, die nun gebastelt werden. Währenddessen herrscht in der Küche Hochbetrieb: Henkes Mutter ist für das Mittagessen verantwortlich, das Tag für Tag frisch gekocht aus der Hofküche kommt.