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Nettetal: FDP: Papiercontainer ersatzlos wegnehmen

Nettetal : FDP: Papiercontainer ersatzlos wegnehmen

Die Fraktion ärgert sich über den Unrat und die Ratten an den Wertstoffstationen. Papier werde sowieso von der Stadt gesammelt.

Die FDP-Fraktion will alle Papiercontainer an den Wertstoffstationen im Stadtgebiet zum 1. Januar 2015 ersatzlos abbauen lassen und die Zahl der Glascontainer verringern. "Der Unrat an den Stationen häuft sich, außerdem sind wir der Meinung, dass es reicht, das Papier an den Haushalten eingesammelt wird. Wir müssen nicht auch noch Container dazu vorhalten", sagt der Fraktionsvorsitzende Hans-Willy Troost. Er sei entsetzt, dass sich an den Containern nicht nur zusätzlicher Unrat ansammelt, sondern sich auch Ratten einfänden.

"Das ist abscheulich"

Troost bezieht sich auf den Bericht der RP, dass tagsüber Ratten an der mit Müll zugestellten Wertstoffstation an der Süchtelner Straße gesehen wurden. "Das ist abscheulich, zumal da eine Schule in unmittelbarer Nähe ist und in Kürze ein neuer Kindergarten eröffnet wird", empört sich Troost. Er dränge jetzt umso mehr darauf, dass dem Antrag seiner Fraktion von November endlich stattgegeben werde.

Zweimal bereits habe der Arbeitskreis Abfall das Thema beraten. Entscheiden solle der Hauptausschuss am 20. Februar. "Wir haben wirklich die Nase voll. Die Klagen über Abfall an den Stationen häufen sich. Im Rahmen der Aktion Sauberkeit und Ordnung in der Stadt haben wir gerade dort erhebliche Mängel festgestellt", berichtet Troost.

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Wer trägt die Verantwortung?

An den Stationen ergibt sich ein Dilemma. Das Glas wird dort im Rahmen des Dualen Systems, also privatwirtschaftlich, eingesammelt. Die Sammlung von Papier ist eine städtische Aufgabe. "So ganz klar lässt sich gar nicht zuordnen, wer da eigentlich die Verantwortung trägt", erklärt der FDP-Politiker.

Ihn bewegt aber abgesehen von der Abfallproblematik eine grundsätzliche Frage: Ist es wirklich erforderlich, das im Stadtgebiet Papiercontainer aufgestellt werden? Die Papierabfuhr steckt in den Abfallgebühren drin. "Sie ist quasi in die graue Tonne für den Restmüll für das Ident-System eingepreist. Wer mit seiner blauen Tonne nicht hinkommt, kann eine größere Tonne bestellen, ohne dass dies teurer für ihn würde." So leiste sich die Stadt ein Hol- und Bring-System, dessen Sinn nicht so recht einsehbar sei.

Andere Städte und Gemeinden haben auf die unerfreulichen Begleiterscheinungen reagiert. Schwalmtal plant nach Angaben der FDP den Abbau von Papiercontainern, Brüggen hat ihre Zahl reduziert, Viersen hat dies angekündigt. In Kempen gibt es keine Papiercontainer. Widerstände dagegen kann Troost nicht nachvollziehen. Auch Pappe zur Verpackung von Großgeräten lasse sich so zerschneiden, dass sie in einer blauen Tonne Platz finde. Und es sei auch möglich, Papier zu bündeln und mit der blauen Tonne zur Abfuhr herauszustellen. Das geschehe mit kompostierbaren Abfällen in Papiersäcken zur braunen Tonne ja auch.

(RP)