Familie Thamm aus Nettetal-Breyell macht beim Sommerleseclub 2019 mit

Breyell : Gemeinsam in den Ferien Bücher lesen

Familie Thamm aus Breyell macht beim Sommerleseclub mit. Schon jetzt haben Mutter Birgit und ihre Söhne Fabian und Tobias zahlreiche Bücher und Hörbücher verschlungen. Wöchentlich fahren sie für Nachschub in die Bücherei.

Familie Thamm mag spannende Bücher. Seit Mutter Birgit im Urlaub vor drei Jahren ihren ersten Thriller gelesen hat, ist die 42-Jährige vom Lesefieber gepackt. Fabian (11) überzeugen die drei Fragezeichen und TKKG, dem achtjährigen Tobias gefallen Geschichten, in denen Zombies vorkommen. Derzeit nehmen die drei in der Stadtbücherei Nettetal am Sommerleseclub teil und halten ihre Erlebnisse und Ergebnisse fleißig im dazugehörigen Logbuch fest.

Seit 2005 betreut das Kultursekretariat NRW in Gütersloh mit dem Sommerleseclub eines der größten Leseförderprojekte in Nordrhein-Westfalen. In einer Pilotphase wurden ab 2017 in einem kleinen Experimentierfeld von zwölf Bibliotheken neue lesefördernde Modelle erprobt, um den Sommerleseclub weiterzuentwickeln. Nun ist das neuaufgelegte Konzept auch in den anderen Bibliotheken des Landes angekommen. Die wohl größte Neuerung: In diesem Jahr können die Teilnehmer auch als Gruppe von bis zu fünf Personen agieren.

Für jedes Team gibt es ein Logbuch. Darin können sich die Teilnehmer präsentieren, etwa erzählen, welches ihr liebster Lese-Ort ist, aber auch kreative Aufgaben lösen und Fragen beantworten, die zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt einer Geschichte dienen. Pro Buch oder Hörbuch gibt es einen Stempel, jedes Teammitglied muss mindestens einen vorweisen. Tobias hat bereits jetzt – knapp dreieinhalb Wochen nach dem Start – sechs Stempel im Logbuch gesammelt, seine Mutter vier, Fabian hat sieben Hörbücher durch und ein Buch gelesen – und der Campingurlaub an der Ostsee mit viel Zeit zum Lesen steht erst noch an.

Birgit und Tobias Thamm wählten als Fotohintergrund den Mond. Foto: Emily Senf

Fabian, der nach den Sommerferien in die sechste Klasse kommt, hat vom Sommerleseclub in der Schule erfahren. Eine Mitarbeiterin der Stadtbücherei stellte das Konzept im Werner-Jaeger-Gymnasium vor. Mutter Birgit fand es so gut, dass sie auch mitmachen wollte. Nun teilt sie sich ein Logbuch mit Grundschüler Tobias, Fabian füllt seines zusammen mit drei Freunden aus der Schule.

Tobias hat ein Fuchsgesicht bunt ausgemalt und ins Heft geklebt. Foto: Emily Senf

Damit alle jederzeit an das Logbuch dran kommen, liegt das von Fabians Gruppe in der Bücherei. Birgit Thamm und Tobias haben ihres zu Hause. Sie haben Fotos von sich gemacht und hineingeklebt, dazu Sticker geklebt, und Tobias hat das Bild eines Fuchsgesichts bunt ausgemalt. „Weil ich es schön finde“, sagt er. Im Urlaub wollen sie die noch leeren Seiten füllen. Dort sollen sie einen Held oder einen Fiesling aus einem ihrer Bücher beschreiben und sich selbst eine Geschichte ausdenken. Auch eine Doppelseite für eine Kreativpinnwand ist noch frei. Birgit Thamm freut sich. „Ich bastele gerne“, sagt sie.

Die Familie hat auch das Angebot der Stadtbücherei genutzt, sich vor einem sogenannten Green-Screen fotografieren zu lassen und nachher einen Hintergrund ihrer Wahl dazugesetzt. Tobias und seine Mutter stehen nun vor einem Astronauten im Weltall, Fabian hat sich für eine Kuh entschieden. Früher haben sie ihre Bücher gekauft, seit einiger Zeit gehen sie lieber zum Ausleihen in die Stadtbücherei. „Wir sind wöchentlich da“, sagt Birgit Thamm. Zur Abschlussparty mit Urkundenverleihung am 11. September wollen sie auch kommen.

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