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Nettetal: Fahrbare Jugendträume

Nettetal : Fahrbare Jugendträume

Beim 1. internationalen Oldtimertreff in Hinsbeck begeisterte unter anderem Reiner Fischer mitseinem originalen "Willys Jeep". Etliche VW-Käfer waren ebenfalls zu sehen. Die Resonanz könnte besser sein.

Zum 1. internationalen Oldtimertreff in Hinsbeck-Glabbach rund um das Vereinsheim des Schützenvereins "Niersland", die "Bayernstuben", kamen weniger Oldtimer als erwartet — die Besucher aber dennoch auf ihre Kosten. Star des Nachmittags war Reiner Fischer aus Grefrath.

Erstmals stellte er seinen originalen "Willy's Jeep", Baujahr 1942, mit "2,2-Willys-Motor" (60 PS) vor. Ungewöhnlich die weiße Lackierung. "Das ist die Originalmarkers. Dieser Jeep war zur Flughafensicherung im Pazifik eingesetzt." Fischer hat sich einen Jugendtraum erfüllt: "Der Jeep ist ein Kultur-hitorisches mobiles Denkmal. Er ist Symbol für unsere Befreiung vom Nationalsozialismus."

Maschinengewehr als Attrappe

Vor vier Jahren erwarb Fischer den stark renovierungsbedürftigen Jeep in den Niederlanden. Vier Jahre renovierte der Schlosser ihn, arbeitete viele hundert Stunden, organisierte wieder Originalsitze, viel Originalwerkzeug. Inzwischen begeistert der Motorsound. "Man hört den ganz typischen Jeep-Sound." Eine besondere Herausforderung war das schwere "Browning M 2" Maschinengewehr, mit dem der Original-Jeep ausgerüstet war.

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Weil ein Original-Browning hierzulande nicht erworben werden darf, baute der Schlosser eine Attrappe: "Der Lauf ist aus Holz und mit Blech umgeben. Es kann somit nicht mal eine Kugel aus dem Lauf rollen. Schießen kann man mit dem Holzgewehr nicht. Mir kommt es auf die optische Autentizität an", erläuterte Fischer, der ergänzte: "Die Durchschnittslebensdauer des Jeeps war drei Monate. 350 000 Stück wurden gebaut, aber der Jeep schrieb Geschichte. Er wurde zum Symbol für die Befreiung von Militärdiktaturen in Japan, Italien und den Nazis in Deutschland."

Geschichte schrieb auch der VW-Käfer. Beim Oldtimertreffen gab es ihn mit großen, kleinen und geteilten Heckscheiben, als Cabriolet und tiefer gelegt als "Renn-Käfer". Jan van Duinen (Eindhoven) war mit einem Käfer (Baujahr 1955) gekommen, Bert Kiefer aus Lüttich (Belgien) mit einem 60 Jahre alten Karmann-Ghia.

Ein knappes Dutzend VW-Oldtimer aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland wurde vorgestellt. Kontrovers wurde dabei gestritten, ob tiefer gelegte VW-Käfer mit Porsche-Felgen zu Recht als historische Fahrzeuge eingestuft sind. Sie alle hatten aber das historische Kennzeichen, also die behördliche Bestätigung als Oldtimer.

Nico Admiral (17) aus Grefrath stellte seinen Hanomag R 16 (Baujahr 1952) vor, den er gemeinsam mit seinem Opa in dessen Garage über ein Jahr lang renoviert hatte. "Das macht richtig Spaß." Landmaschinenschlosser möchte er aber nicht lernen, das ist sein Hobby. Er absolviert eine Lehre als Straßenbauer beim Kreis Viersen. "Auch Oldtimer brauchen Straßen."

(RP)