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Nettetal: Experten entschärfen 250-Kilo-Bombe

Nettetal : Experten entschärfen 250-Kilo-Bombe

Im Gewerbegebiet Herrenpfad-Süd in Kaldenkirchen machten gestern Fachleute vom Kampfmittelräumdienst eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich. Auf der Leuther Straße kam es zum Verkehrschaos.

Gegen 10 Uhr gestern Morgen arbeitet Baggerführer Holger Wöhlk auf einem Gelände hinter der Firma Kreykamp im Gewerbegebiet Herrenpfad-Süd in Kaldenkirchen. Dort soll eine 2700 Quadratmeter große Lagerhalle für das Logistik-Unternehmen entstehen. Seit 20 Jahren schon gehört das Gelände dem Unternehmen. Im Februar oder März kommenden Jahres soll die neue Halle fertig sein.

Auf einmal knirscht es beim Ausschachten unter der Baggerschaufel. Wöhlk kennt das Gefühl. Es ist nicht die erste Bombe, die er in seinen 38 Jahren auf dem Bagger findet. "Ich habe den Widerstand gespürt, da war die Bombe in der Schaufel, dann habe ich sie ganz vorsichtig abgelegt", erzählt er, nachdem alles vorbei ist.

"Weltkriegsbomben sind nicht selten, 120 Stück werden im Großraum Düsseldorf pro Jahr entschärft oder gesprengt", wie Jost Leisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst erzählt. Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt rücken an, kurz darauf kommen auch Leisten und sein Kollege. Schnell ist klar: Es handelt sich um eine englische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Gebiet wird abgesperrt.

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Im Umkreis von 250 Metern müssen die Menschen ihre Arbeitsstätten verlassen. Ein Privathaus gibt es in diesem Radius nur ein einziges: Das alte Bahnwärterhäuschen am Bahnradweg. "Aber dort war alles dunkel, auf Klingeln antwortete niemand, so dass wir davon ausgehen konnten, dass sich niemand darin befand", sagt Ordnungsamtsleiter Klaus Ossmann, der den Einsatz koordiniert. Bis zu einer Entfernung von 500 Metern vom Einsatzort gilt "luftschutzmäßiges Verhalten". Das heißt - Türen und Fenster geschlossen halten, nicht in den Garten oder auf die Straße.

Auf der Leuther Straße irren Auto- und LKW-Fahrer herum, die versuchen, in das Gebiet hereinzukommen. Einige schimpfen, die Meisten nehmen es gelassen. An einer Einmündung sammeln sich Menschen, die darauf warten, dass sie zu ihren Arbeitsstätten, zum Schichtbeginn gehen dürfen.

Um kurz vor 13 Uhr kommt das erlösende Signal. "Sie dürfen wieder rein", ruft ein Polizist den Wartenden zu. Da ist die Bombe schon sicher im Wagen des Kampfmittelbeseitigungsdiensts verstaut, der Aufschlagzünder ist herausgedreht und liegt in einem Eimer daneben.

"Wir haben auch oben die Öse herausgedreht, um zu gucken, ob sich kein zusätzlicher Detonator darunter befindet", erzählt Leisten. Das ist aber nicht der Fall. Die Bombe darf ins Auto. Auf dem Zünder ist die Seriennummer der Bombe noch gut zu lesen - sie stammt aus dem Jahr 1943.

(RP)