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Esch in Nettetal-Lobberich bietet Öffnungszeiten nur für Senioren und chronisch Kranke

Einkaufen in Nettetal : Wo Senioren morgens exklusiv einkaufen

Unterstützen, wo es möglich ist: Das hat sich der Vollsortimenter Esch auf seine Fahnen geschrieben. Christian Esch und sein Team bieten vor dem Corona-Hintergrund Einkaufszeiten nur für Senioren und chronisch Kranke an.

Jeden Morgen von montags bis samstags öffnen sich um 7 Uhr die Türen vom Supermarkt Esch, der seit mehr als 70 Jahren in Lobberich beheimatet ist und von Christian Esch in der dritten Generation geführt wird. Doch seit Montag hat sich etwas geändert – und das ist der Corona-Krise geschuldet. Ein großer Aufsteller vor dem Markt informiert darüber, dass seit dem 23. März neue Öffnungszeiten gelten. Christian Esch und sein Team haben nämlich neben den normalen Öffnungszeiten exklusive Einkaufszeiten für Senioren und chronisch kranke Menschen eingerichtet. Montags, dienstags, donnerstags und freitags zwischen 7 und 9 Uhr ist der Markt wie gewohnt geöffnet, allerdings steht er in diesen Zeiten nur der genannten Personengruppe zur Verfügung.

Die Idee dazu hatte Christian Esch. „Ich habe über Facebook von anderen selbstständigen Kaufleuten erfahren, die ein solches Angebot vor dem Hintergrund von Corona anbieten, damit Senioren und chronisch Kranke die Möglichkeit erhalten in einem geschützteren Umfeld selber einkaufen gehen zu können. Ich war begeistert und meine Mitarbeiter, als ich die Idee unterbreitete, ebenfalls“, berichtet Esch. Er ist sich sicher, dass selbstständig einkaufen gehen eine positive Auswirkung auf die Psyche hat. Senioren und gefährdete Personen können natürlich auch zu allen anderen Zeiten den Markt besuchen. Aber der Marktinhaber möchte ihnen mit den speziellen Zeiten eine etwas gesicherte Einkaufsmöglichkeit bieten.

Einige Senioren hatten es anfänglich falsch verstanden und gedacht, dass sie nur noch zu den angegebenen Sonderzeiten einkaufen könnten. Das ist natürlich nicht der Fall. Einkaufen ist zu den Öffnungszeiten montags bis freitags von 7  bis 21 Uhr auch für Senioren und chronisch kranke Menschen möglich. Bei den anderen Kunden trifft Esch mit seinem neuen Angebot bis auf einige wenige Ausnahmen auf große Zustimmung und Verständnis. „Wir bekommen ein positives Feedback, zumal wir mittwochs und samstags nach wie vor für alle Kunden ab 7 Uhr da sind“, sagt er. Die Kunden, die mit dem Senioren- und Krankenangebot nicht einverstanden waren, sorgten sich, dass diese Personengruppe in den frühen Morgenstunden Waren einkaufen könnte, die sich derzeit einer großen Beliebtheit erfreuen. Darunter Toilettenpapier, Nudeln, Reis, Mehl und Trockenhefe. Das Team von Esch splittet aber gerade diese Anlieferungen und räumt über den Tag verteilt ein, sodass ein jeder die Möglichkeit erhält, diese Dinge einzukaufen. Es ist eine Fehlinformation, dass alles direkt am Morgen eingeräumt wird.

 Esch hat eigens sein Team um fünf weitere Mitarbeiter verstärkt, damit die Wareneinräumung bestens funktionieren kann. Wenngleich auch er aufgrund von Kleinstmengen in der Anlieferung keine übervollen Regale in den stark nachgefragten Produkten präsentieren kann. „In diesem Zusammenhang möchte ich dem gesamten Team meinen Dank aussprechen. Alle arbeiten in der bestehenden Ausnahmesituation hervorragend mit“, lobt Esch seine Mitarbeiter. Die Sonderzeiten für Senioren und chronisch kranke Menschen setzt der Inhaber indes mittels eines Sicherheitsdienstes am Markteingang um. Es sei eine Kontrolle mit Augenmaß und vom Dialog geprägt, fügt der 33-Jährige an. Wobei es bisher nur einige wenige waren, die nicht zu der Zielgruppe gehörten und dennoch zu den Sonderzeiten einkaufen wollten.

Von den Nutzern der speziellen Öffnungszeiten gibt es viel Lob und ein großes Dankeschön für die Möglichkeit des geschützteren Einkaufs. Es kommen sogar vereinzelt Senioren und chronisch Kranke aus den umliegenden Städten, um dieses Angebot zu nutzen. Esch hofft, dass seine anderen Kunden weiterhin Verständnis für das spezielle Angebot haben, das einfach den aktuellen Gegebenheiten geschuldet ist. Er und sein Team wollen einfach nur ein Stück weit helfen und ein bisschen Normalität auch für Senioren und chronisch kranke Menschen ermöglichen.