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Nettetal: Es klappert die Mühle

Nettetal : Es klappert die Mühle

Obwohl sie kein rauschender Bach ist, hat die Nette über Jahrhunderte die Wasserkraft für zahlreiche Mühlen zwischen Dülken und Wankum geliefert. An einigen Stellen haben die Menschen beim Gefälle nachgeholfen.

Wenn sich das Mahlwerk in der Leuther Mühle in Bewegung setzt, dann macht es nicht mehr fröhlich "klipp, klapp" wie im 180 Jahre alten Volkslied. Die alten Balken mit ihren ineinandergreifenden Zahnrädern knarren und ächzen. Schon seit Jahrzehnten werden sie nicht mehr benötigt, um Getreide zu mahlen; sie sind heute der dekorative Blickpunkt in der als Hotel-Restaurant genutzten Mühle an der Bundesstraße 509 zwischen Hinsbeck und Leuth.

Damit das Mühlrad das mächtige Mahlwerk antreiben konnte, haben schon vor Jahrhunderten die Menschen den Lauf der Nette verändert und angehoben, damit das Wasser an der Mühle einen Meter in die Tiefe fallen kann. Dann klapperte auch das Mühlrad hier, die sonst eher träge dahin fließende Nette wurde für ein kurzes Stück zum rauschenden Bach. Als später nach umfangreichem Torfstechen die Seen hinzukamen, ergaben sich große Wasserreservoire, die durch Aufstauen zu noch ergiebigeren Energielieferungen genutzt wurden.

"Einmalig" gestaltet

In einer umfangreichen Untersuchung über den Wasserlauf der Nette vom Wittsee bis Schloss Krickenbeck hat der Naturschützer Herbert Hubatsch festgestellt, dass die Gestaltung "für niederrheinische Verhältnisse wohl als einmalige zu bezeichnen ist". An ihr haben "Torfstich, Mühlenstau und Arbeiten zur Burgbefestigung von Krickenbeck mitgewirkt". Bevor das Nettetal ein Tal mit (ausgetorften) Seen wurde, war es schon ein Mühlental. Denn das Flüsschen hat zwischen Quelle und Mündung in die Niers ein Gefälle von rund zehn Metern. Dies wurde seit alters her zum Mahlen genutzt. Von vielen Mühlen sieht man heute nichts mehr, so von der Henkel- und der Drahtenmühle in Dülken/Boisheim oder einer "Fuchsmühle" nahe Schrolick. Andere sind noch als Gebäude da: Die Kothmühle in Lobberich-Flothend (Breyeller See), die Nelsen- oder Rölkensmühle am Nettebruch, die Neu- oder Gartzmühle am Windmühlenbruch, die Lüthenmühle (Vogelsangsmühle) am Ferkens- oder Rollbruch, die Leuther Mühle unterhalb des Wittsees, die Flootsmühle an der alten Römerstraße zwischen Waldesruh und Teufelsstein sowie die Kovermühle am Ende des Nette-Durchbruchtales.

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Dass Nettewasser recht munter plätschern kann, stellt der Wanderer an der Flootsmühle fest, wo sogar eine Furt angelegt wurde, an der Gartzmühle und an der Leuther Mühle, wo der Netteverband Fischtreppen anlegte. Dies wird im Herbst auch an der Lüthenmühle geschehen, wo die Nette einst die Mühle unterquerte; sie erhielt vor Jahrzehnten ein neues Bett, augenblicklich stürzt das Wasser aus dem Ferkensbruch 1,1 Meter in die Tiefe — anschauliches Beispiel für die Wasserkraft, von der Wohl und Wehe vieler Müllerfamilien abhing.

(mme)