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Nettetal: Erste Einblicke in die Berufswelt

Nettetal : Erste Einblicke in die Berufswelt

Beim fünften Tag der offenen Tür in Nettetaler Betrieben stellten gestern 75 ortsansässige Unternehmen ihre Ausbildungsberufe vor.

Der Tag beginnt erst einmal mit einer Kostprobe. Wouter van Eeuwijk tischt auf: Es gibt Döner-Pizza, Frikandel und Hühnernuggets. Die Schüler der Gesamtschule Nettetal greifen zu. Sie sind zu Gast bei Mekkafood, einem Lebensmittelhersteller in Kaldenkirchen. Beim fünften Tag der offenen Tür in Nettetaler Betrieben öffnen Unternehmen wie Mekkafood ihre Pforten und geben Schülern einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

"Wir zeigen heute, was und wie wir produzieren", sagt van Eeuwijk, Geschäftsführer von Mekkafood. Das Unternehmen gibt es seit rund 20 Jahren, 150 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Produziert werden Produkte, die "halal" sind – sie werden nach den islamischen Speisevorschriften hergestellt. Es wird ausschließlich Fleisch von Rind, Lamm oder Huhn verwendet, die nach strengen Vorschriften geschlachtet wurden.

Die Schüler bekommen Kittel und Haarnetz, müssen sich die Hände desinfizieren. Anschließend werden sie durch die Produktionshalle geführt. Dort stehen große Edelstahl-Container gefüllt mit gehacktem Fleisch, aus dem später Burger geformt werden. "Die Frikadellen werden gewürzt, vorgekocht, verpackt und später bei minus 40 Grad schockgefroren. Danach gehen sie in den Verkauf", sagt Tom Buschman aus dem Marketingteam des Unternehmens.

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Mindestens zwei Betriebe in Nettetal sollen die Schüler heute besuchen, um sich ein gutes Bild vom Arbeitsmarkt machen zu können. Rund 75 Unternehmen aus 26 Branchen sind beteiligt. Für den Tag haben die Schüler unterrichtsfrei. "Ich finde es toll, dass man verschiedene Jobs kennenlernt und so vielleicht auch merkt, welcher Beruf einem liegen könnte oder auch nicht", sagt der 14-jährige Tom. Sein Mitschüler Maurice ergänzt: "Man bekommt gute Einblicke in die Unternehmen und sieht zum Teil Dinge, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt." Entwickelt wurde der Aktionstag im Jahr 2008 von der Stadt gemeinsam mit den Schulen in Nettetal. "Der Tag bietet viele praktische Einblicke und hilft den Schülern sicherlich bei der Entscheidung, ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle zu finden", sagt Eva Schauten, Lehrerin an der Gesamtschule Nettetal.

Wenige Straßen weiter sitzt Christoph Dicks mit sechs Schülern der Realschule Nettetal. Er ist Geschäftsführer bei Dammer Stahlbau, einem Familienunternehmen in der dritten Generation. Er stellt den Jugendlichen die verschiedenen Ausbildungsberufe seiner Firma vor. Angeboten werden die Lehre zum Metallbauer sowie zum Technischen Zeichner. Dammer bietet Planung, Herstellung und Montage von Stahlkonstruktionen – alles aus einer Hand. Wer sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, sollte erst ein Praktikum absolvieren: "Wir lernen den Bewerber besser kennen, und er den Beruf, für den er sich entscheidet. Es hilft niemanden, wenn eine Ausbildung abgebrochen wird", sagt Dicks. Wer sich für einen Beruf im Stahlbau entscheidet, sollte räumliches Denken und ein Gefühl für Geometrie haben sowie körperlich fit sein: "Wir suchen keine Bodybuilder, aber man sollte etwas heben können und sich bewusst sein, dass es beim Schweißen sehr heiß werden kann", sagt Dicks und bittet die Schüler zur Führung durch den Betrieb.

(RP)