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Nettetal: Ende März schließt die Notdienstpraxis

Nettetal : Ende März schließt die Notdienstpraxis

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hat lediglich die Entscheidung über die fachärztlichen Notdienste verschoben. Nach ihren Angaben wird die zentrale Notdienstpraxis unmittelbar von Dülken nach Viersen verlegt.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) hält, unbeeindruckt von allen politischen Aktivitäten und Protesten aus der Bevölkerung, daran fest, die Notdienstpraxis im Krankenhaus Nettetal zum 31. März zu schließen. Auf RP-Anfrage erklärte ein Sprecher, dass die zentrale Notdienstpraxis an der Hospitalstraße 88 in Dülken Ende des Monats schließt. "Neuer Praxis-Standort ist dann: Hoserkirchweg 63, am Allgemeinen Krankenhaus" (AKH) Viersen. "Gleichzeitig wird die bisherige Unterteilung des Kreises Viersen in drei Notdienstbezirke zum 1. April 2015 aufgehoben. Künftig bildet der gesamte Kreis einen gemeinsamen Bezirk mit der zentralen Notfalldienstpraxis in Viersen-Stadtmitte", erklärt die KVNo weiter.

Ihre Entscheidung über fachärztliche Notfalldienste der Kinder-, Augen- und HNO-Ärzte hat sie dagegen zunächst aufgeschoben. Es werde zum 1. April keine Änderungen geben. Der kinderärztliche Notfalldienst wird weiterhin in der allgemeinen Notfalldienstpraxis angeboten. Auch das sei dann das AKH in Viersen. "Die Augen- und HNO-Ärzte bieten ihre Notdienste weiterhin wechselweise in eigener Praxis an", erklärt ein Sprecher. Die KVNo halte an dem Ziel fest, "auch für die fachärztlichen Notdienste zentrale Notfalldienstpraxen einzurichten".

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Noch keine Einigkeit erzielt hat die Ärztevereinigung demnach für die Kinderärzte. Entschieden wird vermutlich zwischen Krefeld und Mönchengladbach. Bei den Augen- und HNO-Ärzten werde Krefeld als Standort bevorzugt. "Wann es zur Einrichtung dieser zentralen Anlaufpraxen kommt, steht derzeit noch nicht fest. Entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort werden in den nächsten Wochen seitens der KV aufgenommen", heißt es weiter.

Auf Forderungen aus der Politik, die Entscheidung zu überdenken, geht die Kassenärztliche Vereinigung nicht weiter ein. Entsprechende Nachfragen beantwortet sie lediglich so: "Bei der Umsetzung dieser neuen Strukturen werden wir den Kommunen selbstverständlich als Gesprächspartner zur Verfügung stehen und ihnen die Hintergründe erläutern."

Politische Aktivitäten wie Resolutionen, die die SPD-Kreistagsfraktion anregt, oder unermüdliche Unterschriftenaktionen, verbunden mit Online-Petition, dürften demnach wirkungslos verpuffen. Die SPD hatte Landrat Peter Ottmann aufgefordert, "sich aktiv in die Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein einzuschalten und die Interessen der Kreis Viersener Bevölkerung, jenseits von ausschließlich wirtschaftlichen Überlegungen, zu vertreten. Wir regen eine gemeinsame Resolution des Kreistages an, um deutlich zu machen, dass der kreisangehörige Raum andere Lösungen braucht, als die ausschließlich an der Bevölkerungszahl orientierten Ansätze", heißt es in dem Schreiben, das Fraktionschef Hans Smolenaers kürzlich ins Kreishaus schickte. Die Sozialdemokraten sind grundsätzlich unzufrieden mit der Gesundheitspolitik des Kreises Viersen. Sie fordern schon länger die Einberufung einer Gesundheitskonferenz und auch eine intensivere Beschäftigung mit der ärztlichen Versorgung in einem zwar ländlichen, aber stark verdichteten Raum.

Wenig Hoffnung macht auch die Antwort des NRW-Gesundheitsministeriums auf Anfragen der Grünen, der SPD und der CDU zur Neuordnung des Notfalldienstes bereits Ende Februar. So liegt "die Verantwortung für die ambulante Notfallversorgung ... als originäre Selbstverwaltungsaufgabe bei den ärztlichen Körperschaften", erklärt das Ministerium. Innerhalb bestimmter Grenzen habe "die KVNo ein Organisationsermessen, wie sie den Notdienst konkret ausgestaltet und organisiert", heißt es weiter. Es könne "im Rahmen der Rechtsaufsicht über die KVNo dann eingreifen, wenn Rechtsverstöße vorliegen".

Mit der Antwort des Ministeriums sind die CDU-Landtagsabgeordneten im Kreis Viersen nur bedingt zufrieden. Dr. Marcus Optendrenk und Dr. Stefan Berger sehen "weiteren Klärungsbedarf". Das betreffe vor allem auch die Rechtsaufsicht der Gesundheitsministerin.

Die Online-Petition der WIN-Fraktion im Nettetaler Stadtrat verzeichnet inzwischen nahezu 2900 Unterstützer: www.openpetition.de/petition/online/keine-schliessung-der-notdienstpraxis-im-nettetaler-krankenhaus.

(RP)