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Nettetal: Ende der Spargelzeit

Nettetal : Ende der Spargelzeit

Anbauer mit einem hohen Anteil an eigener Vermarktung sind mit der Saison sehr zufrieden. Die Wärme Mitte April ließ das Gemüse früh starten, machte aber im Handel mit Kilopreisen unter zwei Euro manches Geschäft kaputt.

In diesem Jahr ist die Natur immer zwei bis drei Wochen früher als üblich. Das gilt auch für den Spargel. Bereits Mitte April trieb die Sonne erste Sprossen soweit, dass die Ernte auf breiter Basis einsetzte. Dafür stoppten etliche Betriebe das Stechen des Edelgemüses bereits vor zehn bis zwölf Tagen. Am Freitag, 24. Juni, dem Namenstag des hl. Johannes, ist traditionsgemäß Schluss mit der Spargelernte.

"Länger sollte man keinesfalls den Spargel stechen. Die Tage werden wieder länger, dies wirkt sich auf das Wachstum aus", erklärt Jakob van den Broek. Der Brachter, der in Hülst, hart an der Stadtgrenze zu Kaldenkirchen, Spargel anbaut, ist rundum zufrieden mit der Saison. "Wir hatten gute Erlöse, das dürfte auch für die Kollegen gelten. Allerdings sind nur die zufrieden, die selbst vermarkten. Die Preise bei den Versteigerungsorganisationen sind bereits im April durch das frühe Überangebot regelrecht kaputt gegangen."

Zehn Verkaufsstellen

Thorsten Clemens aus Leuth, der den Hof am Hellenberg an der Landstraße nach Kaldenkirchen bewirtschaftet, bestätigt diese Einschätzung. Er ist froh, dass er mehr als siebzig Prozent seiner Ernte selbst vermarktet. Er unterhält quasi entlang der A 40 bis nach Dortmund zehn Verkaufsstellen, die er von montags bis samstags stets frisch beliefert. Auf dem Hof selbst verkauft er bis etwa 18 Uhr an Kunden. Täglich produziert er im Schnitt etwa vier Tonnen Bleichspargel, hinzu kommen etwa 100 Kilogramm grüner Spargel, denn "der wird auch von einigen Kunden gerne nachgefragt".

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Clemens sticht noch über den 24. Juni hinaus von einer Parzelle Spargel. Sie wird nach zehn Jahren Umlaufzeit aufgegeben. "Sonst machte man das nicht, weil die Pflanze jetzt durchwachsen und Laub bilden muss, um Stoffe aufzunehmen, die die Ernte im kommenden Jahr fördert. Jeder Tag über den 24. Juni hinaus kostet enorm Substanz", sagt Clemens.

Der Wettbewerb hat erheblich zugenommen, beobachtet Jakob van den Broek. "Selbst in der Kölner Bucht wird auf schweren Böden Spargel angebaut, weil die Pflanze und ihre Anbaumethoden weiterentwickelt wurden." Kunden von der Rheinschiene bleiben weg. Der Weg an den Niederrhein ist angesichts hoher Spritpreise aufwendig, man bekommt jetzt eigenen heimischen Spargel. Die Anbauer nehmen den Wettbewerb an. Sie pflanzen Kulturen enger und nutzen die Fläche so mehr aus (nicht mehr drei, sondern bis zu sechs Pflanzen pro Meter). "Uns bleibt nichts anders übrig, denn die Kosten steigen auch ständig", sagt van den Broek.

(RP)