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Nettetal: "Ende 2014 stehen die ersten Baukräne im Gebiet"

Nettetal : "Ende 2014 stehen die ersten Baukräne im Gebiet"

Kritik am Gewerbepark Venete hatte kein Bürger. Vielmehr hörten sie konzentriert zu, als Jörg Lennerdt den Begriff Agrobusiness erläuterte.

Natürlich stehe am Anfang der Bauer, aber den wolle keiner in Venete ansiedeln. Bauern brauchen Saatgut, Düngemittel und Maschinen. Sie vermarkten ihre Produkte, die meist veredelt und in ganzen Produktionsketten verarbeitet werden. Wie die Bauern selbst benötigen solche weiterverarbeitenden Betriebe wiederum Maschinen und Dienstleistungen. Weltweit hat sich die Wirtschaft dafür den Begriff Agrobusiness geschaffen. "Nur in Deutschland tut man sich schwer damit. Dabei gibt es bei uns über 750 000 kleine, mittelständische und Großunternehmen auf diesem Gebiet", berichtete Jörg Lennerdt von ExperConsult.

Nachfragen dazu gab es keine, zumal Vertreter der Stadt versichert hatten, dass jedes ansiedlungswillige Unternehmen in Venete willkommen sei. Ein Bürger wollte wissen, ob der Gewerbepark auch vom Ausbau des Venloer Maashafens profitieren werde. Bürgermeister Wagner ist sicher, dass Unternehmen alle logistischen Verknüpfungen wahrnehmen werden, die zu ihnen passen. "Der Hafen kann im Einzelfall tatsächlich interessant sein."

Daran knüpfte eine andere Frage aus dem Rund an: Könnte auch der brachliegende Bahnhofskomplex nutzbringend in das Venete-Paket eingebracht werden? Wagner und Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel bestätigten, es gebe Gespräche mit dem DB-Tochterunternehmen BEG. Immerhin liegen rund 40 000 Quadratmeter Fläche des früheren Rangierbahnhofs ungenutzt da. "Man muss nur die Autobahnabfahrt geradeaus durchziehen", fügte Sagel hinzu. Was einfach klingt, dürfte allerdings in der harten Realität vorerst illusorisch bleiben. Wer das Gütergleis ertüchtigen will, muss bereit sein, Millionenbeträge in die Hand zu nehmen. Aber die unmittelbare Erreichbarkeit der Schienenstrecke Richtung Rotterdam und Norditalien kann das eine oder andere Unternehmen zusätzlich überzeugen, nach Kaldenkirchen zu kommen.

Die Frage, ob 75 Euro für den Quadratmeter Gewerbefläche nicht ein bisschen viel seien, beschäftigte ebenfalls Besucher. "Im Vergleich zu anderen Gewerbeflächen in der unmittelbaren Nachbarschaft mag das viel sein. Aber der unmittelbare Autobahnanschluss, die Verfügbarkeit von Flächen jeder Größenordnung und vor allem das superschnelle Internet rechtfertigen einen Aufschlag. Damit bewegen wir uns auf dem Niveau von ähnlichen Gebieten in Krefeld oder Mönchengladbach", erklärte Wagner. Optimistisch stimme ihn auch, dass kleinere niederländische Betriebe aktiv durch die Stadt Venlo auf Venete aufmerksam gemacht werden. Es gelte nun, Ängste und Vorbehalte gegen andere Bürokratie, Besteuerung und so weiter abzubauen. Nettetal wird solchen Unternehmen aktiv helfen, damit zurechtzukommen, versprach der Bürgermeister.

Ein weiterer Frager sorgte sich ernsthaft, ob die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen als Grundstückseigentümerin den ausreichenden Willen habe, den Gewerbepark erfolgreich zu vermarkten. Davon sei er fest überzeugt, versicherte Wagner. "Wir arbeiten mit der WFG sehr eng und vertrauensvoll zusammen."

Ende 2014, so die Botschaft auch der Politik, werden in Venete die ersten Baukräne zu sehen sein.

(lp)