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Viersen: Einmal selbst ein Flugmodell steuern

Viersen : Einmal selbst ein Flugmodell steuern

Der MFC Grenzland lud Kinder und Jugendliche ein zur Aktion "Fit for Fly" auf dem Gelände in Breyell-Natt. Erfahrene Modellflieger zeigten ihnen, wie sie ein Modell sicher in der Luft halten können.

Breyell Anmutig erhebt sich das rote Modellflugzeug vom holprigen Rasen in den strahlend blauen Himmel. Flugleiter Hansjörg Schafhausen lässt das Modell in die Höhe steigen, während er am Boden steht. Seine Befehle gibt er über eine Fernbedienung weiter. Wie immer an Flugtagen sind viele Zuschauer auf das Gelände des Modellflug-Clubs Grenzland gekommen. Sie bewundern unverhohlen die Fluggeräte.

Doch beim "Fit for Fly" bleibt es nicht bloß beim Zusehen. Jugendliche, aber auch jung gebliebene Mütter und Väter dürfen versuchen, ein Flugzeug zu steuern. Ihnen erklärt Hansjörg Schafhausen zunächst einmal alle grundlegenden Funktionen des Flugzeugs und der Fernbedienung. An einem großen Ausstellungsexemplar zeigt er auf Höhen- und Seitenruder. "Mit diesen beiden Funktionen kann man schon einige Flugmanöver meistern", sagt der erfahrene Flugleiter. Er gibt seine Fernbedienung in die Runde, damit jeder ein erstes Gefühl für das Steuerungsinstrument bekommt.

Ich bin auch dabei und will probieren, ein Modell zu fliegen. Langsam verschiebe ich die unterschiedlichen Steuerungsknüppel der Fernbedienung. Während ich die Veränderungen des Höhen- und Seitenruders an dem Ausstellungsexemplar sehe, bekomme ich schnell ein gutes Gespür für die richtige Intensität - das glaube ich zumindest bei dieser Trockenübung. Ich kann es kaum erwarten, dies an einem Flugzeug-Modell auszuprobieren.

Hierfür verkabelt Hansjörg Schafhausen seine Fernbedienung mit meiner, sodass er die Kontrolle behält und immer das Kommando übernehmen kann. Wieder lässt er das rote Flugzeug vom Boden abheben. Es dreht eine Runde, dann übergibt er mir die Kontrolle. Wie in der Theorie bereits gelernt, verschiebe ich das Höhenruder nur ganz leicht. Doch anstatt sich langsam zu senken, stürzt das Flugzeug Richtung Boden. "Viel, viel ruhiger", sagt Hansjörg Schafhausen. Er übernimmt die Kontrolle und bringt das Flugzeug mit seiner ganzen Erfahrung schnell wieder auf Flugkurs. Immer wieder muss der Flugleiter die Kontrolle übernehmen, um das Flugzeug vor einem Absturz zu bewahren.

Aber nach einigen Runden merke ich, wie das Fluggefährt auf die kleinen Bewegungen der Fernbedienung reagiert. Es ist ein tolles Gefühl, sich der Verantwortung bewusst zu sein, dass allein die Fernbedienung in meiner Hand alle Wendungen des weit entfernten Modellflugzeuges lenkt und steuert. "Damit das Flugzeug einem vollständig gehorcht, muss man lange üben. Aber das Grundlegende lernt man schnell", erklärt mir Schafhausen.

Ein Einsteigerpaket mit einem Flugzeug und einer Fernbedienung kostet circa 200 Euro. Bevor es aber zu einem Kauf in einem Fachgeschäft kommt, rät Schafhausen dringend dazu, sich vom Modellflugclub beraten zu lassen. "Zuerst einmal kann man seine ersten Erfahrungen durch dieses Lehrer-Schülerflugsystem machen. Vor einem Kauf gibt es noch die Möglichkeit in unserem Club zu fragen, ob gerade ein Mitglied ein älteres Flugzeug günstig abzugeben hat", rät Hansjörg Schafhausen allen Interessierten.

Sobald man sein eigenes Flugzeug besitzt, steht dem Fliegen aber nichts im Wege. Bei schönem Wetter kann man im Sommer fast täglich auf dem Flugplatz in Natt üben und sich bei erfahrenen Piloten Tipps abholen. "Man kann sich immer mit Gleichgesinnten unterhalten. Uns alle eint der Traum vom Fliegen", sagt Hansjörg Schafhausen und gibt dem Flugzeug die Befehle zur Landung. Als es auf dem holprigen Rasen zum Stehen kommt, kann ich es kaum erwarten, bis es wieder in den Himmel steigt und sich vor den Wolken rot glänzend abhebt.

(mat)