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Nettetal: Eine tierisch gute Idee wird 50 Jahre alt

Nettetal : Eine tierisch gute Idee wird 50 Jahre alt

Das Matthias-Neelen-Tierheim wurde 1964 gegründet. Friedhelm Welz ist seit 25 Jahren der Geschäftsführer des Vereins.

Das Amtsgericht Kempen trug am 16. Juni 1964 einen neuen Verein ins Register ein: den "Verein Tierheim Lobberich" mit Sitz in Kempen. Das ist nahezu 50 Jahre her. Die Hälfte dieser Zeit verbrachte Friedhelm Welz mit den Aufgaben des Geschäftsführers für das "Matthias-Neelen-Tierheim", in das es später unbenannt wurde.

Matthias Neelen, seinerzeit Dezernent der Kreisverwaltung und Besitzer eines Boxers, hatte die Idee zur Vereinsgründung. Unterstützung fand er bei Oberkreisdirektor Rudolf H. Müller. Neelen gewann die Städte und Gemeinden für die Idee, sich der "ordnungsbehördlichen Aufgabe" anzunehmen, streunende Tiere aufzunehmen. Friedhelm Welz engagiert sich seit 47 Jahren im Tierheim als Kassenwart und später als Geschäftsführer. Er hat maßgeblichen Anteil am Ausbau der Einrichtung im Lobbericher Flothend. Gebaut wurden zwei Katzenhäuser, der Hundezwinger wurde vergrößert und modernisiert. Es gab auch unvorhersehbare Investitionszwänge für den Verein. Als die Mauer an der Westseite der Einrichtung umstürzte, ersetzte der Verein sie durch eine komplette Zaunanlage. Das Heim wurde außerdem an die Biogasanlage des Nachbarn Willi Brunen angeschlossen und das Vogelschutzgehölz "auf den Stock" gesetzt.

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Mit seinem Schatzmeister Norbert Jansen stützt sich Welz auf ein engagiertes und fleißiges Team mit Heimleiter Ralf Erdmann an der Spitze. Die vierköpfige Crew muss alltäglich Arbeiten erledigen, die nicht immer einfach sind. Die Zahl der zu betreuenden Tiere steigt - ebenso wie die Aufgaben, die damit verbunden sind, sich um ihr Wohl zu kümmern. So bleibt auch für die Zukunft eine Menge zu: Die Hundezwinger müssen repariert werden. Außerdem muss der Verein sich darüber Gedanken machen, wie er seinen Energieverbrauch senken kann, ebenso wie die immer weiter steigenden Energiekosten.

Ein großes Problem sind mittlerweile die vielen Katzen. Heute hat das Tierheim im Bestand seiner tierischen Gäste drei Mal so viele Katzen wie Hunde: etwa 500 bis 600. Unter den Pensionsgästen sind außerdem 200 Hunde. Es hat aber auch schon exotische Tiere im Tierheim gegeben, darunter ein Leguan, Chinchillas, Papageien, ein Affen und sogar ein Hängebauchschwein. Das vor Jahren eingeführte Chipsystem für Hunde macht es leichter als früher, die Tiere eindeutig zuzuordnen. Allerdings sind Hunde bis zu einem Gewicht von 20 Kilogramm von der Chippflicht ausgenommen. Welcher Sinn dahinter steht, erschließt sich dem Verein und seinen Mitarbeitern nicht. Chips haben das Aussetzen von Hunden so erschwert, dass es deutlich seltener vorkommt als in der Zeit vor der Chippflicht.

Wildkatzen sind noch immer ein großes Problem. Kastrationen wären dringend nötig, sind aber bisher nicht durchsetzbar. Der Umgang mit Katzen ist für Welz und Erdmann ein kompliziertes Thema. "Keine Katze verlässt das Heim, die nicht kastriert ist", berichtet Erdmann. Ausgenommen seien nur Jungtiere. Ihre neuen Halter werden gebeten, den Eingriff nachzuholen, sobald er infrage kommt.

(jk)