Nettetal: Ein "Wenkbüll" aus Breyell

Nettetal : Ein "Wenkbüll" aus Breyell

Am Sonntag wird die Figur des "typischen" Lobberichers auf dem Markt enthüllt. Den Vorschlag machte seinerzeit Johannes Thodam. Der fand jetzt heraus, dass er Urenkel des letzten Kiependrägers von Breyell ist.

Breyell/Lobberich Es gibt unerhörte Bezüge zwischen Lobberich und Breyell. Denn das Kiependrägerdorf hat sogar den "Lobbericker Wenkbüll" geliefert. Aufgedeckt hat Johannes Thodam das Geheimnis, als er erfuhr, dass er der Urenkel des Breyeller Kiependrägers ist.

Die Figur des vom VVV Lobberich gestifteten Windbeutels wird am Sonntag, 13. Juni, um 15 Uhr zur Frühkirmes mit verkaufsoffenem Sonntag auf dem Markt enthüllt. Für den Lobbericher Johannes Thodam endet damit das siebenjährige Warten. Er hatte den 2003 vom VVV Lobberich ausgelobten Wettbewerb mit dem Vorschlag entschieden, den "Wenkbüll" als typische Lobbericher Figur aufzustellen. Schließlich gebe es den Zigarrenmacher in Kaldenkirchen, den Kiependräger in Breyell und den Jüüt in Hinsbeck.

Ahnenforschung

Thodam nutzte die Zeit danach zur Ahnenforschung. Er wohnt in "Klein Japan" (Heidenfeld) und fühlt sich als "praktizierender Nettetaler". Er entdeckte in seinem Urgroßvater Matthias Cremers den letzten Kiependräger von Breyell. Die Breyeller Nachrichten berichteten im März 1933 über Cremers' Tod: "Der in allen Kreisen der Gemeinde und weiteren Umgebung bekannte Händler Matthias Cremers, Schmaxbruch, starb im Alter von 74 Jahren. Mit ihm ist der letzte Breyeller Kiepenträger dahingegangen, der auf seinem Handelsweg neben Pfeife und Krückstock mit dem Krämerlatein, dem bekannten Hennese Fleck meisterhaft umzugehen wusste." Thodam fand auch die Kaufurkunde vom 4. April 1892, nach der sein Urgroßvater das kleine Haus mit Grundstück in Schmaxbruch erwarb.

An Lobberich fühlt Thodam sich nur bedingt gebunden – vermutlich ähnlich wie sein Vorfahr, der schon aus beruflichen Gründen weit über Breyell hinaus unterwegs war. Thodam macht das allerdings heute anders. Er war 1994 Minister der Leutherheider Bruderschaft, 1999 in Hinsbeck "Jüütenprinz", er spielt im Bundes-Spielmannszug "Frisch auf" Hinsbeck und tuckert als Besitzer eines Trecker-Oldtimers der Marke "Eicher" durch das Grenzland, soweit ihm sein Beruf als Betriebswirt dazu die Zeit lässt.

Seine Beteiligung am VVV-Wettbewerb hat er seinerzeit sehr sorgsam vorbereitet. Er sah sich die ortstypischen Figuren der anderen Stadtteile an. Seinen Vorschlag füllte er gleich mit Leben: Der Wenkbüll sei ein niederrheinischer Gemütsmensch, lustig und verschmitzt und dabei "sich selbst auf den Arm nehmend". Allerdings neige er auch zu einer liebenswürdig aufschneidenden, etwas "überheblichen" Art.

Jetzt freut sich Thodam darauf, dem Abbild seiner fantasievollen Beschreibung am kommenden Sonntag quasi "Aug' und Aug'" gegenüber stehen zu können. Am Sonntag ist es soweit.

(RP)
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