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Nettetal: Ein Tag in der Baumwerkstatt

Nettetal : Ein Tag in der Baumwerkstatt

Auf dem Naturschutzhof im Sassenfeld erlebten Kinder beim Ferienprogramm des Nabu Nettetal einen praxisnahen Tag in der Natur. Gemeinsam erforschten sie die Vielfalt der Wälder und pflanzten sogar eigenen Baum-Nachwuchs.

Bäume, Rinden, Blätter und Früchte standen am ersten Tag der Herbstferien auf dem Programm des Naturschutzhofes im Sassenfeld. Gemeinsam mit Markus Heines und Sophia Jatjuk, die derzeit ein ökologisches Jahr auf dem Hof absolviert, fand während des Ferienprogramms für Kinder ein praxisnaher Tag rund um den Baum statt.

Ob Birke, Eiche, Tannenbaum, Apfel- oder Kirschbaum, die Kinder hatten sich bereits Zuhause mit den verschiedenen Baumarten beschäftigt und Markus Heines war erstaunt, wie viele verschiedene Arten die Kinder schon vor seinem Seminar benennen konnten. Sogar die richtigen Erkennungsmerkmale wussten die Kleinen aufzusagen. "Die Birke hat eine schwarz-weiße Rinde", erklärte Pascal. Und Lea wusste, dass die Tanne spitze Nadeln hat, "die anderen Bäume haben Blätter", sagte sie.

Wie alt die Gehölzer sind, die bei den Kleinen auf dem Lehrplan standen, lernte die Gruppe ebenfalls. An einer Baumscheibe konnten die Teilnehmer das Alter eines Baumes bestimmen. "Jeder Ring steht für ein Jahr, deshalb heißen sie Jahresringe", fasste Guiliana stolz zusammen, ehe es für die Gruppe zur nächsten Station ging. Dort gab es in vorbereiteten Fühlkästen für die Mädchen und Jungen, die sich zuvor ihre Augen verbunden hatten, Eicheln, Tannenzapfen, Kastanien und Buchecker zu "erfühlen".

Danach ging es ins Gehölz. Mit Regenjacke und wetterfestem Schuhwerk ausgerüstet, erstellten die Kinder im Wald Steckbriefe der einzelnen Bäume. Als Orientierung dienten ihnen dabei die verschiedenen Blätter. So vermerkte Urs nach einem kurzen Blick auf das gefundene Blatt in seiner Liste: "Das Blatt ist rund". Lea dagegen hatte ein gelapptes Blatt entdeckt und Pascal nahm ein eckiges genauer unter die Lupe. Mit Hilfe eines Bestimmungsbuches konnten die Kinder das Laub anschließend den entsprechenden Bäumen zuordnen. "Auf diese Weise lernen sie den Wald in seiner Artenvielfalt kennen", erklärte Markus Heines.

Und damit es auch in Zukunft genug Bäume zu bestimmen gibt, durften die Teilnehmer nach zwei Stunden eine Baumfrucht, die sie zuvor selbst gesucht hatten, in einen Plastikbecher pflanzen. "Jetzt könnt ihr beobachten, wie daraus ein Baum entsteht", sagte Markus Heines. Pascal war von dieser Idee besonders begeistert. Er will, wenn er einmal groß ist, auf jeden Fall einen weiteren Baum pflanzen. Denn der Siebenjährige weiß: "Bäume sind wichtig für die Umwelt."

Bevor er seine eigene kleine Baumschule aufzieht, will er jedoch den zurzeit noch im Plastikbecher gepflanzten Baum im Garten seiner Eltern einpflanzen. "Da bekommt er einen Ehrenplatz."

(RP)