Vogelrettung: Ein Notruf für den Falken

Vogelrettung: Ein Notruf für den Falken

Die Lobbericherin Ulrike Seeger eilte einem Falken zur Hilfe. Er war in ihren Innenhof geflogen

(tre) Als es im Innenhof vom Café Seeger in Lobberich einen lauten Knall gab, dachte sich Ulrike Seeger, die sich in der Betriebsküche aufhielt, zunächst einmal nichts dabei. „Ich war der Meinung, jemand hätte den Mülltonnendeckel laut knallen lassen“, erinnert sie sich. Als sie aber dann ein Fiepen hörte, schaute sie nach: Auf dem Ventilator an der Außenmauer saß ein größerer Vogel.

Dass es sich um einen Greifvogel handelte, war Seeger sofort klar. Aber ob es ein Falke oder ein Bussard war, wusste sie nicht. Sie öffnete vorsichtig ein Fenster, klopfte gegen die Glasscheibe, winkte – aber der Vogel bewegte sich nicht. „Mir war klar, dass mit dem Tier irgendetwas nicht stimmte, zumal es auch die Augen geschlossen hielt. Jeder gesunde Vogel wäre sofort weggeflogen bei den Geräuschen und Bewegungen, die ich gemacht hatte“, erzählt sie.

Hilfe war vonnöten, doch was tun, fragte sich die Geschäftsfrau. Kurzentschlossen rief Seeger die Polizei an und bat um Hilfe. Die dortigen Kollegen verwiesen auf die Notrufnummer 112. „Mir kam das zwar komisch vor, aber ich bin dem Rat gefolgt“, berichtet Seeger. In der Leitstelle erhielt sie die Nummer der Greifvogelhilfe Rheinland. „Ich sollte ein Foto des Vogels machen und per Handy rüberschicken. Das habe ich gemacht und erfuhr dann, dass es sich um ein junges Falkenmädchen handeln würde“, sagt die Lobbericherin.

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Eine halbe Stunde später war einer der Mitarbeiter der Greifvogelhilfe vor Ort. Der Vogelfachmann kam mit Falkenmützchen und Transportkarton. Er sicherte den Vogel professionell und vermutete, dass der Jungfalke ein schweres Anflugtrauma haben müsste. Für den Falken bedeutete das: Ruhe in der Greifvogelstation. Die bekam das Falkenmädchen und erholte sich innerhalb einer Woche, wie Seeger bei einem Telefonat mit der Station erfuhr.  „Ich war von der schnellen und unkompliziert geleisteten Hilfe beeindruckt. Was dort ehrenamtlich geleistet wird, ist enorm“, sagt sie.

Dann sollte der Falke wieder ausgesetzt werden – am besten an dem Ort, von dem er stammte. Der Turm der katholischen Kirche St. Sebastian erschien als logisch. Dort wurde auch vorab gearbeitet, was ein panisches Wegfliegen und den Unfall erklären würde. Daher wurde der Jungvogel dort wieder ausgesetzt.

Ein richtiger Entschluss, denn die Falkeneltern tauchten sofort auf. Seeger ist indes  von der Arbeit der Greifvogelhilfe Rheinland begeistert und unterstützte diese jetzt mit einer Spende.

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