Nettetal: "Ehemalige" berichten über ihre Berufe

Nettetal : "Ehemalige" berichten über ihre Berufe

Zur Vorbereitung auf das Abitur gehört am Werner-Jaeger-Gymnasium die berufliche Beratung. Seit einigen Jahren kommen regelmäßig ehemalige Schüler zurück, um über ihr Studium, erste Erfahrungen und anderes zu erzählen.

Studium, Ausbildung oder ein soziales Jahr? Wer kurz vor den Abiturprüfungen steht, der ist vor allem mit dem Lernstoff beschäftigt. Doch was kommt nach dem Abitur? Normales oder duales Studium? Ausbildung, Bundesfreiwilligendienst oder soll es erst einmal ein Jahr ins Ausland gehen? Das Angebot könnte für die Jugendlichen kaum vielfältiger sein.

Damit sich die Schülerinnen und Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums während der "finalen Phase" des Abiturs ganz auf die Klausuren vorbereiten können, gibt es schon weit im Voraus ein umfangreiches Beratungsangebot. Das beschränkt sich nicht auf professionelle begleitung, sondern ist im Gymnasium längst auch eine Aufgabe von "Ehemaligen" geworden.

So versammelten sich jetzt wiederum viele ehemalige Schüler des Gymnasiums in ihrer alten Schule, um über ihren beruflichen Werdegang nach dem Abitur zu berichten. Die Berufsberatung durch Ehemalige ist ein fester Bestandteil im Orientierungsprogramm. Zwar gibt es auch andere Aktionstage, an denen Hochschulen und Firmen Möglichkeiten für künftige Berufe dokumentieren. Doch ermöglicht das Gespräch mit den Ehemaligen eine viel vertrautere Atmosphäre. "Hier steht eben nicht der Polizeichef vor den Schülern und erzählt von seinem Beruf. Unsere Ehemaligen mussten sich vor kurzem selbst noch entscheiden und kennen die Perspektive der Schüler gut", erklärt Projektleiterin Caris.

Im Gegensatz zu Frederic Küppers haben viele Schülerinnen und Schüler auch jetzt noch keine klare Idee, welchen Weg sie nach dem Abitur einschlagen wollen. Für Frederic steht schon lange fest, dass er Arzt werden möchte. Angeregt lauscht er mit vielen anderen dem Vortrag von Quoc Bao Huynh. Erst vor kurzem schloss Quoc Bao Huynh sein Medizinstudium ab. Er berichtet über sehr harte, aber auch lustige Fallbeispiele des facettenreichen Berufs. "Am liebsten würde ich mich auf Unfallchirurgie spezialisieren", sagt Frederic. Er lässt sich nicht von dem hohen Numerus Clausus des Studienfachs irritieren, sondern formuliert konkrete Ziele.

Nur einen Raum weiter beantwortet Frederik Derendorf den Schülern Fragen rund um das Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Abitur 2008 entschied er sich für das Jurastudium in Düsseldorf, weil es in diesem Bereich sehr viele Berufsmöglichkeiten gibt, wie er erklärt. "Das schöne am Jurastudium ist, dass man sich noch nicht auf einen Beruf festlegen muss. Man kann Anwalt, Richter oder Notar werden. Außerdem sind in jedem größeren Unternehmen auch Juristen beschäftigt", erklärt der 24-Jährige, der momentan für das erste Staatsexamen lernt.

Viele Schüler möchten nach dem Abitur aber auch erst einmal etwas ganz anderes erleben. Man kann ein soziales Jahr absolvieren oder auch bei einem Auslandsaufenthalt Erfahrung sammeln. Anne Berger verband beides, indem sie sich in einem Kindergarten in Mosambik engagierte. Sie kann nun viele spannende Geschichten aus dieser Zeit vermitteln. "Das Schönste war es, den Menschen in Afrika wirklich helfen zu können", zieht Anne Berger ihr Resümee. Mit ihrem lebendigen Vortrag begeistert sie schnell viele Schüler, einige kommen so auch auf den Gedanken, sich nach dem Abitur erst einmal sozial zu engagieren.

(mat)
Mehr von RP ONLINE