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Nettetal: Durch seine Hände geht Geld der Kirche

Nettetal : Durch seine Hände geht Geld der Kirche

Presbyter Wilfried Niederbröcker sorgt als Finanzkirchmeister für eine überprüfbare Struktur in der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck. Ihn reizt die Vielfalt der Aufgaben in einer funktionierenden Gemeinschaft.

Ohne Geld läuft nichts - das gilt auch in der Kirche: "Jugendarbeit oder soziale Projekte müssen beispielsweise finanziert, Spenden verwaltet werden", erklärt Wilfried Niederbröcker. Wo das Geld herkommt, wo es hingeht, wie es verbucht wird, darum kümmert sich der Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck: "Das ist meine Aufgabe als Finanzkirchmeister."

Kirche und Finanzen - die Wortkombination klingt mehr nach nüchternem Verwaltungskram als nach gelebtem Evangelium: "Machen wir uns nichts vor, in unserer Zeit kann eine Gemeinde nur funktionieren, wenn alles geregelt ist", stellt der Hinsbecker klar. Tätige Nächstenliebe, spontane Hilfsaktionen, bezeugte Solidarität machten zwar den christlichen Alltag aus, aber vieles verliefe im Sande oder verpuffte, wenn Organisation und Rechenschaft fehlten.

Seit acht Jahren ist Niederbröcker Presbyter. Er gehört somit der Gemeindeleitung an. "Als ich damals gefragt wurde, ob ich mich zur Wahl aufstellen lasse, habe ich zugestimmt, weil ich meine beruflichen Erfahrungen in die Aufgabe einbringen kann", erzählt der Geschäftsführer im Ruhestand. Bei den nächsten Wahlen zum Presbyterium 2016 ist der 74-Jährige aus Altersgründen nicht mehr dabei.

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"Wir machen uns in der Gemeinde natürlich schon jetzt Gedanken über mögliche Kandidaten für die Wahl", sagt er. Ob Presbyterium in der evangelischen oder Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand in der katholischen Kirche - es sind nicht gerade Massen von Gläubigen, die sich nach solchen Ehrenämtern drängen. "Es hängt natürlich immer vom jeweiligen persönlichen Engagement ab, wie zeitaufwendig die Wahrnehmung einer solchen Aufgabe ist", meint der Finanzkirchmeister. Sich einer Verantwortung stellen und sie übernehmen, verlässlich arbeiten und das alles ehrenamtlich - die Zahl der Menschen, die dazu bereit ist, ist eher überschaubar geworden.

Reizvoll im Presbyterium sei die Vielfältigkeit der Aufgabenbereiche, erzählt Niederbröcker. Die Bandbreite reicht von sozialen Aktionen über liturgische Gestaltung von Gottesdiensten bis eben hin zur Finanzverwaltung. Immer geschieht das alles in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer. So kümmert sich Niederbröcker beispielsweise um "Stiftungsgelder und Zuschüsse für Baumaßnahmen, Spenden und Kollekten, Haushaltsplanungen und Kassengeschäfte." Alles müsse "ordnungsgemäß verbucht und überprüfbar" sein.

"Wer ein gesundes Verhältnis zu seiner Kirche hat, die Gemeinde mitgestalten möchten, für den ist die Mitarbeit im Presbyterium eine reizvolle und schöne Aufgabe", stellt Wilfried Niederbröcker schlicht fest. Er arbeitet in Hinsbeck darüber hinaus auch bei der Organisation der Konzertreihe "Jazz in der Kirche" und im "Männertreff aktiv" mit. Finanzkirchmeister - das ist für Niederbröcker "einfach ein schönes und verantwortungsvolles Ehrenamt".

(jobu)