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Nettetal: DRK sucht Helfer für die Blutspende

Nettetal : DRK sucht Helfer für die Blutspende

Der Ortsverein Nettetal fürchtet, auf Dauer nicht mehr ausreichend ehrenamtliche Kräfte aufbieten zu können. Dann geraten Blutspendetermine in Gefahr. Benötigt werden helfende Hände für den Imbiss und die Betreuung.

Die Nettetaler sind für den DRK-Blutspendedienst West in Ratingen-Breitscheid seit jeher eine Bank. "Durchschnittlich hundert Menschen kommen zu den Terminen, sehr viele von ihnen sind langjährige Blutspender", berichtet Gabriele Hoch, die den hiesigen Raum in Breitscheid betreut. Dennoch gibt es ein Problem: Die Zahl der ehrenamtlichen Hilfskräfte während der Blutspendetermine nimmt ab. Das Deutsche Rote Kreuz hofft, über einen öffentlichen Aufruf vor allem Helferinnen zu gewinnen.

"Es geht uns nicht vordergründig darum, neue Mitglieder zu werben. Es zeichnet sich einfach ab, dass die Belastung der aktiven DRK-Kräfte in Nettetal so umfassend ist, dass die Blutspendetermine demnächst nicht mehr ausreichend betreut werden können", erklärt Nettetals DRK-Vorsitzender Christian Wagner. Um Engpässe zu vermeiden, gehe das DRK nun in die Offensive.

Gesucht werden Frauen und Männer, die viermal im Jahr einen Tag dem Blutspendedienst opfern. Sie ersetzen nicht etwa die Profis vom Blutspendedienst, sondern werden als "gute Geister" in der Vorbereitung und Betreuung gesucht. Blutspender erhalten nach getaner "Arbeit" stets einen Imbiss. Dafür muss morgens eingekauft und das Buffet vorbereitet werden. In den vierstündigen Terminen, meist nachmittags von 16 bis 20 Uhr, benötigt der Blutspendedienst Hilfen beim Empfang und der Registrierung der Blutspender. Wichtig ist auch, dass die Spender während ihres Aufenthaltes ein wenig betreut werden - vor allem Neuspender sind verständlicherweise meist ein wenig nervös. Fragen sollen fachkundig beantwortet werden.

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Das DRK wirft die Hilfskräfte nicht ins kalte Wasser. Es gibt ein Seminar mit Schulungen, die inhaltlich von den Vorschriften der Speisenbereitung bis hin zur Wissensvermittlung rund um die Blutspende reichen. Etwa zehn ehrenamtliche Betreuungskräfte benötigt das DRK bei seinen Terminen. Kreisgeschäftsführer Detlef Blank sichert ihnen die Übernahme organisatorischer Aufgaben zu. "Wer einkauft, muss nur die Belege sammeln und uns übergeben, den Rest erledigen wir in der Kreisgeschäftsstelle", versprach er gestern.

314 Briefe hat das DRK jetzt losgeschickt an Frauen, die zur Blutspende in Nettetal kommen. Gabriele Hoch hofft, dass die eine oder andere Frau sich entscheidet zu helfen. "Wir haben bei den Frauen nur den Anfang gemacht, natürlich freuen wir uns, wenn sich auch Männer engagieren möchten", versicherte sie. Das DRK schielt vor allem auf die Lebensphase der Menschen jenseits der 40 oder 50 Jahre und auf jene, die im Ruhestand noch die eine oder andere Aufgabe übernehmen wollen, ohne sich langfristig binden zu müssen.

Im ehrenamtlichen Verhalten sei ein deutlicher Unterschied zur Vergangenheit zu beobachten, merkte Christian Wagner an. "Vor zwanzig Jahren waren viele Menschen auch im Beruf schon ehrenamtlich tätig, aber noch dosiert. Wenn sie dann in den Ruhestand gingen, fuhren sie dieses Engagement meist richtig hoch." Heute seien Menschen eher an befristete Projekte oder eben an solchen Tätigkeiten interessiert, die das DRK jetzt anbiete.

Der Wohlfahrtsverband hat im Kreis noch keine Nachwuchssorge und zählt nahezu unverändert durchschnittlich 600 Aktive. Absehbar ist aber, dass ihre Zahl schmilzt, wenn nicht gegengesteuert wird. Da sei es besser, Aufgaben auf mehreren Schultern zu verteilen, meint Wagner. Blank ergänzte, dass das DRK über ihre Familienzentren und die Offenen Ganztagsschulen in seiner Regie bei den Kindern Nachwuchsarbeit leiste. Später sei es bereits schwieriger, erfolgreich für die Mitarbeit zu werben. Dass das Nettetaler DRK zurzeit keine konzentrierte Mitgliederwerbung betreiben kann, begründete Wagner mit einer enormen Belastung der Aktiven. "Sie machen zurzeit wirklich alles", sagte er. Vor allem die Flüchtlingshilfe mit Einsätzen selbst in Sachsen sei sehr ambitioniert und kraftraubend. Umso dankbarer sei er den Kräften für ihren unermüdlichen Einsatz.

(RP)