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Nettetal: Drei Zentimeter Unterschied

Nettetal : Drei Zentimeter Unterschied

Von sich aus ist Frank Jansen vor einiger Zeit mit einem Kollegen "mal gucken gegangen", wie die Niederländer ihr Teilstück der A 61 bauen, das auf ihrer Seite A 74 heißt. "Wir kamen zu zweit, jenseits der Grenze saßen etwa 40 Mitarbeiter in einem riesigen Bürokomplex", wundert sich der deutsche Bauleiter.

Die von der niederländischen Straßenbaubehörde Rijkswaterstaat beauftragte Firma Dura Vermeer wickelt den Bau als Generalunternehmer ab. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen für die Arbeiten an der A 74 mit einem Preis ausgezeichnet wird, den Rijkswaterstaat vergibt.

Beim Vergleich ihrer Daten stellten Deutsche und Niederländer fest, dass sie trotz sorgsamer Abstimmung einen Höhenunterschied von drei Zentimetern an der Grenze hatten. Außerdem bauen die Niederländer ihre Autobahn etwas breiter. Diese Unterschiede werden im Grenzraum auf einer Länge von gut hundert Metern ausgeglichen. "Wir haben uns sehr gut verstanden", berichtet der Bauleiter. Probleme habe es an keiner Stelle gegeben.

Enger Zeitplan

Es sind eher die Details, die mitunter Kopfzerbrechen bereiten. Der enge Bauzeitenplan zwang dazu, mit den Erdarbeiten zu beginnen, während die Brücken noch im Bau waren. Das ist normalerweise nicht üblich. "Zehn Monate sind ungemein wenig für eine solche Baustelle", erklärt Jansen. Er ist dankbar dass es bisher keinen schweren Unfall gab.

Mit den Anwohnern am Schwanenhaus und am Brandt sei man gut zurecht gekommen. Lärm und vor allem die Staubentwicklung, als die riesigen Mengen Erde herangekarrt wurden, haben natürlich einige Bürger zu Protesten veranlasst. Jansen hat sich bemüht, die Belastungen möglichst niedrig zu halten. Da wurde dann auch mal eine Tasse Kaffee auf der Terrasse eines Anwohners getrunken, um Probleme zu diskutieren.

(RP)