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Nettetal: Drei Mal um die Welt für ein Glas Honig

Nettetal : Drei Mal um die Welt für ein Glas Honig

Imker aus dem Kreis Viersen warben für sich und die Bienenprodukte auf dem Naturschutzhof in Lobberich.

Der fünfjährige Leonhard Houben kann gar nicht genug bekommen: Seit einigen Minuten schleudert der Junge Honig aus den Waben und darf schließlich den Hahn des Behälters aufdrehen, so dass der goldgelbe Inhalt durch ein Sieb in einen Behälter fließt. Ebenso wie Leonhard und seine Mutter Sabine Houben, sind auch die anderen Besucher begeistert von dem Aktionstag des Naturschutzhofes.

In Einzelschritten erklären die Nettetaler Imker den interessierten Besuchern, wie Honig gewonnen wird. Aber sie weisen auch auf die ganz akuten Probleme hin. Dieses Jahr findet die Aktion im Inneren des Hofes statt, denn das Wetter war den Veranstaltern zu unbeständig und: "Wenn die Bienen einmal ihren Honig probiert haben, gibt es kein Halten mehr", erklärt einer der Imker.

Die vier Kilogramm schweren Waben müssen zunächst "entdeckelt" werden. Dafür geht Leonhard vorsichtig mit einem Schaber über die Fläche, bis die goldgelben Waben zum Vorschein kommen. Anschließend kommen die Waben in die Schleuder, die zähe Flüssigkeit wird zweimal gesiebt. Schließlich schüttet einer der Imker den schweren Eimer voll Honig in einen großen Abfüllbehälter. Unter dem Hahn steht bereits ein leeres Glas. In wenigen Sekunden ist es mit süßem Honig gefüllt. "Wir nehmen auch ein Glas mit", erklärt der Fünfjährige seiner Mutter.

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Sabine Houben ist eigens für diese Aktion zusammen mit ihrem Sohn auf den Naturschutzhof des Naturschutzbundes gekommen. Beide haben nicht nur "gearbeitet", sondern zwischendurch bereits den Honig probiert: "Der war super", bestätigt Leonhard. Für Sabine Houben ist eines bei der Aktion wichtig: "Die Kleinen sollen den Respekt vor den Tieren lernen."

Heinz Ridder ist Imker. Er macht sich, wie seine Kollegen, Sorgen. Denn es gibt weniger Bienen im Grenzland. "Wir haben die Mitglieder angesprochen, mehr Bienenvölker zu halten", sagt Ridder. Der lange Winter und die kalten Temperaturen haben kaum eine Frühjahrsernte möglich gemacht. Die Imker hoffen nun auf einen warmen Sommer und damit auf eine gute, späte Ernte. Die Temperaturen müssen allerdings dauerhaft über 20 Grad Celsius liegen. "Bei 15 Grad fliegt die Biene nicht", erklärt der Imker.

Die Besucher machen große Augen und staunen, als Ridder erzählt, dass die Biene für ein 500-Gramm-Glas Honig eine Entfernung zurücklegt, mit der sie dreimal um die Welt fliegen würde. Neben der Honiggewinnung zeigen die Nettetaler Imker auch, welche Produkte sich aus Honig gewinnen lassen. Dazu zählen Bonbons, Honigwein und Likör, aber auch Pflege für die Lippen. Nicole Janhsen dreht mit den Kindern Kerzen aus Bienenwachs. Dafür wird das Wachs mit einem Fön leicht erwärmt, um sich so besser rollen zu lassen. An dieser Station ist Leonhard noch nicht angekommen. Er hört aufmerksam zu, was die Imker ihm alles für spannende Informationen über die Bienen geben. FRAGE DES TAGES

(janj)